Und plötzlich ist man mitten in einer Betriebsfeier...

Samstag, 26.01.2013

So, da ich nun endlich auch wieder über Internet verfüge, kommt mein nächster Blogeintrag. Ich habe immer wieder ein bisschen was von meinen Tagen in Guilin aufgeschrieben und das kopiere ich einfach mal hier rein. Also ist das im Prinzip drei Einträge in einem. Auch hab ich endlich mal meine Bilder vom Handy auf den Laptop gezogen, sodass es dieses Mal etwas mehr Bilder sind. Aber nun meine Erlebnisse:

1. Die Grenze

Heute war es soweit und ich überquerte die Grenze zu China. Die Frage beim Check-Out, ob denn alles okay war wollte ich einfach nicht beantworten, sondern ging direkt in einen der 2 – wie immer total überfüllten – Aufzügen und ab in die Metro. Ich machte den großen Fehler, die Bahn zur Hauptverkehrszeit zu nehmen, in die sich mindestens 2500 Menschen (laut meiner Rechnung) quetschen und zu ihrer Arbeit fahren. Naja, mussten halt einige damit leben, durch meinen Rucksack zu atmen. Man sollte ja meinen, es geht wenigstens nach dem Aussteigen geräumiger zu, aber noch in den Türen der Metro stand man schon in der Schlange der Passkontrollen. 2 von 8 Schaltern waren geöffnet und halbherzig dabei, die Pässe zu kontrollieren. Wenigstens habe ich genug Zeit eingeplant. Doch dann ging alles sehr schnell. Nach der Passkontrolle ging man über die Grenze und warf sein Gepäck auf ein Fließband für’s Röntgen, sodass man selbst ohne Gepäck (aber mit allem anderen) durch die Metallsensoren gehen konnte. Natürlich hat das Gerät bei jedem gepiept wie verrückt, aber das hat hier absolut niemanden interessiert. Gut, das ist die meistgenutzte Grenze der ganzen Welt aber man hätte hier schmuggeln können, was man will. Direkt hinter der Grenze warteten schon die ersten Verkäufer mit ihren Gütern. Seien es Bustickets, SIM-Karten, … aber das war ich ja schon von Hongkong gewohnt. Nach all dem Stress war es erst einmal an der Zeit, mir was zu Essen zu organisieren und da das einzige Restaurant in Sichtweite MC-Donalds war, war die Entscheidung relativ einfach. 1.50€ zahlt man hier direkt an Bahnhof und Grenze für ein Mc-Chicken Menü mit Pommes und Cola!

2. Guilin Tag 1

Um von einer Stadt zur nächsten zu kommen nimmt man in China ganz klassisch den Schlafwagen. Nachdem ich gestern erst über die Grenze bin war die letzte Nacht meine erste in solch einem Zug. Anfangs hatte ich noch bedenken, allein in einem fremden Land über 1000km Zug zu fahren, aber nachdem meine Roommates eintrafen, waren alle Sorgen weg. Es waren 3 Chinesen, die dieselbe Strecke wie ich hatten, aus dem Weg zum Meeting ihrer Firma. Wie der Rest des Abteil. So war ich also mitten in einen Betriebsausflug geraten und so war auch die Stimmung. Es kamen nachts Leute in den Raum gestürmt, man hat sich, mehr oder eher weniger gut, auf Englisch unterhalten und ich wurde zu allem möglichen Essen eingeladen. Aber auf meine Frage, was die Firma produziert, ist keiner eingegangen. Dann in Guilin, meiner neuen Heimat, angekommen war das erste Abenteuer, lebend über die Straße zu kommen. Der Trick ist hier der, einfach auszublenden, dass man mitten auf einer dreispurigen Straße steht und auf die nächste freie Spur wartet. Hat man aber erstmal die Straße überquert und denk, man ist auf dem Gehweg sicher, ist man schon halb auf der Motorhaube eines Motorrollers, für die die straßennahe Seite des Gehwegs reserviert ist. Erstaunlich an den Rollern hier ist aber, dass 99% Elektroroller sind, so ist es verdammt leise in der Stadt und auch der allgegenwärtige Smog nur halb so schlimm. Als Highlight des Tages entpuppte sich aber mein Zimmer, welches ein Einzelzimmer ist und dessen Bad größer ist, als mein komplettes Zimmer in Hongkong. Und trotz Einzelzimmerpreis steht hier einfach so ein 2x2m Ehebett.

3. Guilin Tag 2

Guilin gefällt mir immer mehr. Vor allem dieses Hostel ist der Wahnsinn! Jeden Tag kommt hier der Zimmerservice und macht die Zimmer wieder sauber und das Personal kennt scheinbar ganz Guilin.

Heute stand die Besichtigung einer Höhle auf dem Programm (nachdem mein eigentlicher Plan durch extreme Regenfälle ausfallen musste). Da diese weiter außerhalb lag nahm ich den Bus und wäre fast wieder ausgestiegen. Es ist ja schon ein Abenteuer hier lebend über die Straße zu kommen, aber darauf zu fahren ist einfach lebensmüde. Der Busfahrer, so um die 18 Jahre alt, raste über die vom Regen teils weggeschwemmte Straße, die in Wahrheit nicht mehr ist als ein mehrspuriger Feldweg, und überholte auch einfach mal ab und zu nervende Lastwagen. Das ganze natürlich brav vorgewarnt mit Hupen aber dann mitten in den Gegenverkehr, welche dann nur noch eine Spur anstatt drei hatte. Interessieren tut das hier aber scheinbar keinen. Auch nicht, wenn der Busfahrer einfach keine Lust oder besseres zu tun hat und einfach im Gegenverkehr bleibt. Dann weicht der Gegenverkehr halt einfach auf die eigentliche Spur des Busses aus. Dafür sind die Menschen hier einfach großartig. Klar, es gibt immer schwarze Schafe, aber viele helfen einem einfach bei allem. Ein älterer Herr ist extra zu mir gelaufen und hat auf der heranfahrenden Bus gezeigt, damit ich ihn nicht verpasse, usw. Außerdem sind die Leute hier sehr gemütlich, denn für das einlösen eines Reisechecks braucht man hier sage und schreibe 2 (!!!) Stunden. Und das, obwohl Guilin eigentlich sehr tourismusorientiert ist. Nach dieser langen Wartezeit und einem kleinen Einkauf im Supermarkt, in dem man auch lebende Hühner kaufen kann (für nur 12€!!!), wollte ich eigentlich einen gemütlichen Spaziergang zum Hostel machen und wurde auf der Straße böse überascht: man läuft hier nichtsahnend auf dem Gehweg, vorbei an all den Hühnern, Hunden und Affen die an/auf der Straße leben und plötzlich kommt eine Familie mit Eimer und Messer, nimmt sich ein Huhn vom Bordstein, enthauptet es und lässt auf offener Straße das Blut aus. Das war schon etwas… schockierend. So schockierend, dass ich heute mal nichts mit Huhn zu Abend gegessen hab, sondern mich in das nobelste Restaurant der Stadt gehockt hab (mit Gürteltasche und allem) und mir es für 5€ komplett hab gut gehen lassen.

4. Guilin Tag 3

Gut, so eine Abreise aus einer Stadt mag ja nicht so spektakulär sein, aber in China ist nichts unmöglich. Erstmal gab es, wie jeden Tag den Kampf ums Essen, denn hiervon gibt es zwar Mittags/Abends mehr als genug, aber Morgens sieht das ganz anders aus. Da mir aber die nette Dame an der Rezeption mit einer unglaublich vielsagenden Handbewegung ein Restaurant in einer Gasse 1km entfernt zeigte machte ich mich auf den Weg und wurde auch fündig. Hier hatte man die Wahl zwischen Nudelsuppe und gebratenem Reis zum Cappuchino. Witzig war dann aber beim Bezahlen, dass ein kleiner Cappuchino und eine riesen Schüssel Reis exakt gleich viel kosteten. Gut zwar wunderswert, aber noch dubioser: 1l stilles Wasser kostet gleich viel wie 1,5l Sprite (wird da nicht auch Wasser zugegeben?). Erstmal schön verwirrt ging es dann zum Bahnhof. Mein Zug fuhr von einem Bahnhof weiter ausserhalb ab, ist also nicht der Hauptbahnhof und hat nur 5 Züge am Tag abzufertigen. Trotzdem ist das Ding größer als der Bahnhof Cannstatts, fast so groß wie der Hauptbahnhof Stuttgart!!! Wo man beim Bau ausgab, spart man aber an der Heizung und so hieß es bei 5°C 3h in der Wartehalle warten (2h muss man früher da sein und 1h Verspätung).

Da ich absolut keine Ahnung hab, wann ich wieder Internet habe, verabschiede ich mich jetzt auf unbestimmte Zeit, hoffe mal, ihr kommt gut mit den -3°C aus (Hier hats +20)!

Guilin's Pagoden Der berühmte Elephant Trunk Hill... Sieht wirklich ein bisschen nach Elefantenrüssel aus Die sind auf mich kreischend zugerannt! Willkommen im SMOG! Ein Fischer - und ein Touristenbambusboot Der kleine Elefantenrüssel Blumen - einfach so am Straßenrand Li Fluss, toxisch türkis Im Tempel gegessen und getrunken für 1,20 € Affen in freier Laufbahn Pfauen Jemand lust auf ne Runde Paintball?... ...Oder doch lieber auf Echtes? Camelhill (Hat die Natur schlecht gelöst, ein Höcker zu viel) Tempel in den Bergen Schade... Jetzt wollt ich grad mit der Musik anfangen... Wie? Was? Deutsch? Schilfrohrflötenhöhle. Die Farben sind wie in echt! Mushroom-Forest Der Raum misst 20m x 50m!!! Sory, dass manche verwackelt sind, aber die sind alle aus der Hand geschossen. Panorama von dem großen Raum mit See Der See im schimmern Moosbewuchs Links unten eine meiner  Das letzte Ein paar Berge Oreo - mit Orange/Mango Füllung! Spring Festival nähert sich Ein paar Shops inmitten einer Höhle Würde ich auch machen, mein Feld auf eine Insel legen... Ein kleiner Spalt unter dem Fels Goldener Buddha Gute Übersetzung!!! Weiterer kleiner Tempel Ausblick vom Stadtzentrum Bild vom Handy - erster Tempel in HK Dem Rauch wollte ich meine SLR nicht aussetzen Riesen Räucherstäbchen Ich mit der Hong Kong Skyline Die Pagoden in Guilin bei Nacht Andere Perspektive Der kleine Guilin-Bahnhof