Tourism Guidance

Montag, 23.03.2015

Nachtrag: Video vom Klong Boat in Bangkok

Nachdem wir die erste Strecke spontan mit dem Flugzeug zurückgelegt haben, ging es dieses Mal dann doch ans Bus fahren. Die Strecke von Siem Reap nach Kratie, unserem nächsten Stop, sollte ein großer Bus eigentlich in maximal 5h schaffen, unserer brauchte aber, dank zahlreicher Umwege und Zwischenstopps, geschlagene 10h. In so einer langen Zeit kommt man dann doch mit den anderen Touris ins Gespräch und so lernten wir zwei Lehrerinnen kennen, eine aus der Schweiz und die andere aus Südafrika. Letztere unterrichtet seit drei Jahren Englisch in Kambodscha und war auf dem Weg ins weite Laos, da sie dort weiter unterrichten wollte. Ihr einziges Problem war dabei nur, dass sie dem allgemeinen Trend in Kambodscha gefolgt ist und ihr Smartphone verloren hat. Dadurch konnte sie in Kratie nur schwer ein Hostel finden. Wir halfen ihr bei der Suche und als Dank lud sie uns nach Cape-Town ein. Die nächste Reise ist damit offiziell geplant! Nach dieser Strapaze endlich im Hostel angekommen, wartete die nächste Überraschung auf uns: das Hostel ist ein Tourism Training Center, hier werden benachteiligte Jugendliche aus ganz Kambodscha in die Tourismusbranche eingelernt! So kam es schon mal vor, dass beim Abendessen 4 Angestellte das Essen aufnahmen, 3 Trainees und ein Ausbilder. Am ersten Tag in Kratie hatten wir überhaupt nichts zu tun, also schlenderten wir durch die Stadt, ich auf der Suche nach einem Frisör und wir allgemein auf der stetigen Suche nach einem Ort, der unsere Dollar in Kip tauscht. Diesen „Ort“ scheint es jedoch in Kambodscha einfach nicht zu geben, weder Banken noch dubiose Goldschmiede wollten Kip tauschen. Ziemlich seltsam in einer Stadt, die ihr Hauptgeschäft mit Touris macht, die nach Laos gehen oder von Laos kommen. Ich jedoch wurde mit meinem Wunsch nach einer luftigeren Frisur fündig: ein ziemlich heruntergekommener Friseursalon wollte mich, nachdem etliche davor den Dienst verweigert haben, bestimmt haben die Angst davor, dass europäische Haare irgendwie anders sind, tatsächlich als Kunde! Nachdem kurz gezeigt wurde, wie viel weg sollte, ich habe mir gar nicht erst die Mühe gemacht, eine Wunschfrisur zu definieren, ging es auch schon los. Wie zum äußeren Eindruck des Friseurs passend, wurde ich mit einem Kamm frisiert, der bis auf den Handgriff schwarz vor Dreck war, sehr lecker! Nach dieser dann doch sehr peniblen Behandlung, der „Meister“ ließ sich gut und gerne 20min Zeit, ging es dann auch für mich wieder heim und zum ausgezeichneten Essen. Dies genießt man mit Blick auf eine lebende Wand: wie zur Dekoration laufen Geckos über Geckos die Wände des Hostels auf und ab und essen dabei praktischerweise gleich die ganzen Mosiktos! Am nächsten Tag ging es ziemlich früh los auf dringliche Mission: die kurz vor dem Aussterben stehenden Irrawaddy Delfine anschauen, Süßwasserdelfine, die sich hier im Mekong tümmeln. Dazu wurden wir in einer kleinen Nussschale auf den Mekong geschippert, der Motor wurde ausgemacht und man wartete. Und tatsächlich, um uns rum tauchten regelmäßig um die 15 Delfine auf! Diese Tiere waren fast so atemberaubend wie die Pandas in Chengdu, echt wunderschön! Da das Spektakel aber nicht so lang dauert und wir um 10 schon wieder im Hostel waren, musste noch ein Programmpunkt her und der hieß: Moped fahren! Also haben wir ganz spontan ein Moped gemietet und schon ging die wilde Fahrt los: bei 40km/h und noch lang nicht am Geschwindigkeitslimit düsten wir über Schotter und durch kleine Dörfer, immer den Mekong hoch. Der Verkehr war überraschend einfach zu bewältigen, mit einem kleinen Trick: man fährt einfach schneller wie die LKWs, so werden diese nicht „gezwungen“ einen haarscharf in einem halsbrecherischen Manöver zu überholen. Das man nicht aus Kambodscha kam, fiel irgendwie trotz, oder vielleicht genau wegen, dem Motorradhelm auf, denn die Kinder an der Straßenseite riefen einem jedes Mal ein lautes „Hello!“ zu und freuten sich dabei riesig. Allgemein scheinen die Kinder sich an der Anwesenheit von Ausländern zu erfreuen, so spielten einige Schulkinder als wir eine Pause machten das Spiel „Wer traut sich, am Ausländer vorbei zu rennen?“. 

Ein Delfin Man könte fast meinen, hier war Action Auf unserer Moped Tour schier unendliche Stufen! ... Der Buddha blickt in die Ferne