Tempel, überall Tempel

Sonntag, 20.01.2013

Nachdem ich mich in den ersten Tagen mit dem ostasiatischen Massentourismus auseinandergesetzt habe sollte es die nächsten zwei Tage gemütlicher zugehen. Also setzte ich mich an meinem dritten Tag in Hong Kong in einen Bus nach Stanley, dem Fischermarkt der Stadt. Doch die Hoffnung auf eine gemütliche Fahrt war nach der ersten Kurve schon verloren, denn der Fahrer wusste ganz genau, wo die Blitzer aufgebaut sind. So schossen wir mit guten 70km/h durch total überfüllte Straßen und später, als das Zentrum hinter uns lag noch schneller über Schlaglöcher, sodass man in der Kurve schon mal seinen Sitznachbar auf dem Schoß hatte. Doch in Stanley angekommen war die Idylle perfekt. Blaues Meer, Sonnenschein und ein schöner Markt, was will man mehr? Richtig, ein Tempel war da noch im Gespräch. Der sollte in Stanley ganz zufällig auf mich stoßen. Als ich mich gerade in dem Park der Stadt so richtig schön verlaufen habe stieß mir der Geruch von Räucherstäbchen in die Nase. Also bin ich dem Duft gefolgt und kam zu einer atemberaubenden Tempelanlage, die noch wirklich echt war, kein Touristenmagnet. So lagen auch die typischen Süßigkeiten auf dem Boden. Die Atmosphäre war so atemberaubend, dass ich kein Foto machen wollte, um nicht die Szenerie zu gefährden.

Nachdem ich wieder die Straße gefunden habe und zurück in die Stadt gefahren bin, kamen die nächsten planmäßigen Tempel an die Reihe. Aber wer kann schon ahnen, dass um die zwei Tempel, die ich anschauen wollte, ein ganzer Tempelkomplex mit 5-7 Teilen ist? Da muss man natürlich überall rein um nicht gefahr zu laufen etwas verpasst zu haben. Und tatsächlich: jeder Tempel war anders und behandelte eine andere Gottheit.

Am vierten Tag ging es auf einen der Gipfel der Stadt um dort die größte sitzende freistehende Buddhastatue der Welt anzuschauen. Die Fahrt auf den Gipfel bestand aus einer halbstündigen Gondelfahrt mit Glasboden, d.h. man konnte ein komplettes Panorama über west-Hongkong genießen. Während der Fahrt freundete ich mich mit den 2 Mitinsassen, beide aus Myanmar, an und wir haben dann den Tian Tan Buddha angeschaut. Danach ging es in einen Tempel um ein vegetarisches Mahl einzunehmen. Dieses wahr, sagen wir es mal so: gewaltig! Als Vorspeise gab es 1,5l Suppe, dazu einen Liter Tee, dann 1kg Reis und Unmengen an Gemüse. Die wollten mich wohl so mästen, dass ich bei ihnen bleiben muss... Nach diesem gigantischen Mahl sollte es mit einem bestimmten Trail "der überall angeschildert ist" nach unten gehen. Jedoch war der Trail nirgends yngeschrieben und als ich einen netten Chinesen um Hilfe fragte schickte dieser mich in die falsche Richtung. Als ich das nach 3km und gefühlten 10 Höhenkilometern am ersten Straßenschild des Trips merkte, gab es nur eine Möglichkeit: Den Weg zurück zur Bergstation mit dem Bus antreten. Dort entschied ich mich dann für die Notlösung: den brutalen Abstieg über den Ngong Ping Pass. Nach den 2 Stunden Abstieg und tropfnasser Kleidung überholte mich dann schlussendlich ein ca 70 Jähriger Chinese joggend. Gefrustet, wie dieser solch eine Leistung vollbringen kann, setzte ich mich dann einfach in den nächsten Bus.

Morgen wird mein letzter Tag in Hong Kong, ich bin mal sehr gespannt, was dieser mir bringen wird. Ich werde berichten!

Stanley Fischerboot bei Stanley Jetzt wirds dann langsam gefährlich :) Blick auf Stanley vom Park bisschen Grünzeug Tempel Nummer 1 (Wong Tai Sin) Der Tempel von der Seite Ying & Yang Busch Brücke in der Tempelanlage Tempel 2 (Chi Lin Nunnery) Blumen Dach des 2. Tempels Blume vor dem Tempel Star Ferry Hong Kong at night Blick vom Cable Car Ich auf dem Glasboden Blick auf West-Hongkong Der brutale Abstieg noch von oben Tian Tan Buddha Kopf des Buddha Is ja nich weit nach Hause :) Streunende Hunde Gebetsflaggen Buddha Zu Füßen des Buddha Po Lin Monastery Hohe Stelen Der Weg ist so steil, dass man ihn von oben nicht fotografieren kann Der Weg