Schneechaos - wie 5cm unser Leben verändern

Dienstag, 19.02.2013

Alex:

Als wir in Hangzhou ankamen, regnete es. Mit unserem kompletten Gepäck auf dem Rücken versuchten wir, die Bushaltestelle zu finden, an der der Bus zu unserem Hostel fuhr. Das erwies sich als schwierige Angelegenheit, da diese Linie nicht wie die meisten anderen am Bahnhof vorbeifuhr. Alle Chinesen, die wir fragten, gaben uns wie üblich eine Wegrichtung an, um nicht zugeben zu müssen, dass sie auch keine Ahnung hatten, von wo der Bus abfuhr. Schlussendlich nahmen wir uns ein Taxi, das uns zu der vom Hostel angegebenen Adresse fuhr (20 Minuten Fahrt für gute 3 Euro!).
Doch wer jetzt denkt, damit sei die Sucherei zu Ende gewesen, der irrt; sie begann erst. Alle Wegweiser an der Straße und alle Schilder an den Häusern waren nur auf chinesisch und so klapperten wir die ganze nähere Umgebung ab, in der uns der Taxifahrer abgesetzt hatte. Wieder fragten wir Chinesen nach dem Weg und wieder erwies sich dieser als falsch. Gerade als wir beschlossen hatten, das Hostel anzurufen und um Hilfe zu bitten, sahen wir eine kleine englische Unterschrift auf einem Schild, das auf das richtige Haus hinwies. Komplett durchnässt checkten wir ein. Das Zimmer war im Vergleich zu den vorigen Städten riesig: Zwei breite Betten, die auf einem Podest waren, davor genug Platz für beide Rucksäcke und einen Laufweg. Eine Klimaanlage, die das Zimmer beheizen konnte gab es zum Glück auch, denn in der Nacht war es auch drinnen sehr kühl.

Wir hatten nur einen vollen Tag in Hangzhou, den wir für Sightseeing nutzen konnten. So gingen wir früh am nächsten Morgen aus dem Haus um zu einer großen Tempel- und Gartenanlage zu fahren. Über Nacht hatte es geschneit, was offensichtlich in China Seltenheitswert hat. Überall auf den Straßen, vor allem denen mit einer – wenn auch noch so kleinen – Steigung, waren Strohmatten ausgelegt, die die Fahrzeuge vor dem Wegrutschen bewahren sollen. Man bekam das Gefühl, alle Menschen spielen aufgrund des Schnees total verrückt. Man beachte auch der Zeitungsausschnitt.

Die Landschaft sah umso malerischer aus. Wir zahlten Eintritt im Glauben, dafür den ganzen Park inklusive der drei Tempel besichtigen zu können. Doch für den Haupttempel musste man fast noch einmal so viel hinblättern wie für den restlichen Park, deshalb ließen wir diesen Tempel Tempel sein und sahen uns lieber einen der anderen, sehr ruhig und idyllisch gelegenen und nicht so touristenüberfluteten, an.

Hinsichtlich der öffentlichen Verkehrsmittel hatten wir einen Glückstag. Denn als nächstes wollten wir zum Westsee, Hangzhous Wahrzeichen, das im Übrigen auf dem Ein-Yuan-Schein abgebildet ist. Wir setzten uns auf gut Glück in einen Bus, von dem wir (oder eher der Herr in der Runde) glaubten, dass er uns zum Nordufer des Sees fährt. Dank Flos guter Orientierung fanden wir zur passenden Stelle und machten uns über einen Damm auf zur ersten (Halb-)insel. Von dort aus hatten wir eigentlich vor, uns von einer Fähre auf eine künstlich angelegte Insel fahren zu lassen, die im Endeffekt einen See im See darstellt. Doch wir hatten Pech. Aufgrund der Jahreszeit und der wenigen Touristen fuhr nichts außer ein paar privaten Bootsmännern, die ihre Dienste anboten. Da es schon dämmerte, befürchteten wir jedoch, dann nicht mehr zurückzukommen und mussten uns diesen angeblich wunderschönen Anblick entgehen lassen.

Ebenso hatten wir mit der Rückfahrt im Bus Glück. Wir sahen auf einer Landkarte, welche Linien an unserem Hostel vorbeifuhren und stiegen dann, auf das Risiko hin, an einer völlig falschen Stelle herauszukommen, in einen Bus, von dem wir dachten, er könnte der Richtige sein. Und siehe da: 50 Meter von unserer Unterkunft entfernt konnten wir aussteigen.

Am nächsten Morgen mussten wir um kurz nach 7 Uhr morgens zum Bahnhof. Wir hatten mit dem Hostelbesitzer verabredet, dass er uns um 6 Uhr dort hin fährt. Doch er kam und kam nicht. Langsam machten wir uns Sorgen, ob wir rechtzeitig zum Zug kämen und überlegten uns, ein Taxi von der Straße heranzuwinken, obwohl wir „unseren“ Fahrer schon im Vorhinein bezahlt hatten. Doch mit 20 Minuten Verspätung fuhr er dann her und wir konnten pünktlich unseren Zug nehmen.

So sieht der Morgen in einem Hostel in China aus. Die berühmten Strohmattenunfallverhinderungseinrichtungen. Heute war es Flo sicher nicht kalt! Spätestens jetzt wurden wir angeschaut wie Ein bisschen Wasser See in Herzform (perfekt laut der Fotografin) Auch Alex ist eingepackt! Schneeflocken So stellt man sich einen chinesischen Traumwinter vor! Alles verschneit verschneiter Tempel Trauerweide am Westsee Flo mit dem Westsee Wasserspiele so hoch wie die Hochhäuser! Die Promenade Der malerische Westsee 7Mio Einwohner und der Bus fährt 4mal.. Der Artikel zum Schneechaos - Flughafen Shanghai