Luxusresort zum Nulltarif

Freitag, 01.03.2013

Alex: Datong sollte die Stadt werden, in der wir uns entspannen können, weil wir wenig Programm hatten. Deshalb hatten wir ein Vier-Sterne-Hotel gebucht, das pro Nacht und Person mit einem unglaublichen Preis von nur 18€ zu Buche schlug.

Der Anfang war aber eher turbulent: Wir fuhren mit dem Zug nach Beijing, um dort vom Militärflughafen aus zu starten. Allein der Transit zum Flughafen war ein Abenteuer. Er liegt so weit außerhalb, dass keine Metro hinfährt. Also fuhren wir zu der Metrostation, die am nahesten zum Flughafen liegt und wollten von dort ein Taxi nehmen. An der Haltestelle warteten statt Taxis dutzende private Fahrer, die (illegaler Weise) ihre Fahrdienste anboten. Da alle vorbeifahrenden Taxis besetzt waren, ließen wir uns in einem kleinen Auto zum Flughafen bringen. Es war eher ein Flughäfchen, ein Terminal und nur einige Flüge am Tag, die jedoch zu einem Großteil gestrichen wurden oder Verspätung hatten. So war es leider nicht verwundernswert, dass wir über 1,5 Stunden zu spät starteten und erst kurz vor Mitternacht in Datong landeten (als einziger Flug des Tages, am Rande bemerkt). Zum Glück fuhr dann auch der Shuttlebus in die Innenstadt, von dessen Endhaltestelle wir ein Taxi zum Hotel nahmen. Ziemlich kaputt kamen wir dort an, checkten ein und waren schlagartig wieder wach, als wir in unser Zimmer kamen! Es übertraf all unsere Erwartungen. Im modernen Bad gab es eine große Dusche und eine Badewanne. Die beiden Betten waren riesig, das Zimmer insgesamt sehr geräumig mit Schreibtisch und Liegesessel. So ein Luxus hatten wir als Rucksack-Reisende uns nicht zu träumen gewagt. Und wurden auch einige Extras bereitgestellt, wie zum Beispiel Tee, ein Föhn, zwei Flaschen Trinkwasser, drei Handtücher pro Person, ein Internetkabel und noch einiges mehr.
Bei der Übernachtung war ein Frühstück dabei, das umfangreicher kaum hätte sein können. Vorab ist zu sagen, dass die Chinesen warm frühstücken, vergleichbar mit Speisen, die wir zu Mittag essen würden. Von diesen wurden über zehn verschiedene angeboten. Daneben einige Brotsorten, von denen die meisten, wie in China üblich, süß waren. Außerdem mehrere Salate und frische Wassermelone und anderes Obst. Zu trinken gab es Säfte, gesüßte Milch, Softdrinks oder frisch gebrühten Kaffee.

Nachdem wir vom Preis-Leistungs-Verhältnis so überwältigt waren, beschlossen wir, unseren Aufenthalt in Datong um einen Tag und eine Nacht zu verlängern und dafür nicht in unsere eigentlich nächste Stadt zu reisen, wo wir zwei Nächte hintereinander im Nachtzug verbracht hätten.

Etwas ärgerlich war es, dass wir unsere Zugtickets nicht umtauschen konnten, aber das war es uns für eine längere Zeit in dieser luxuriösen Umgebung wert. 

Das mit abstand unerwartetste in China: eine Badewanne! Nein, das sind keine 2 Doppelbetten! Das sind Einzelbetten!