Hongkong - die Zweite

Sonntag, 09.03.2014

Da wir in Hong Kong nur eingeschränkt Internet hatten, hat sich das Uploaden des Blogeintrags leider etwas nach hinten verschoben.

Wie beim ersten Mal war auch dieses Jahr der Flug nach Hong Kong ein ganz besonderes Ereignis. War es letztes Mal noch die Luxusline Cathay die den Flug zu etwas Besonderem gemacht hat war es dieses Jahr der Umstieg in Beijing. Normalerweise ist so ein Umstieg ja eine leichte Sache: man verlässt die Brücke vom Flugzeug über den Transit-Ausgang, geht zu seinem Gate und fliegt weiter. Nicht so in Beijing. Hier muss man durch den kompletten Flughafen laufen, um zu einem der vier Grenzbeamten zu gehen, die für das komplette Terminal 3 zuständig sind, um zu den Gates zu gelangen. Naja, nicht direkt zu den Gates, sondern zum speziellen Transit-Security-Check.

Nach dieser kleinen Unterbrechung in Hong Kong angekommen staunte Alex nicht schlecht über das Viertel, in dem wir die nächsten zwei Nächte „königlich“ residieren sollten. Dieses Viertel, Mongkok genannt, ist berüchtigt als eines der heruntergekommensten Hong Kongs, es stinkt, die Häuser sind total heruntergekommen und es ist überfüllt. Um diesen ersten Eindruck noch schön zu untermauern, gingen wir erst einmal in die Chungking Mansions zum Geld tauschen. Die Chungking Mansions sind berühmt als „negative globalization“ oder einfach „abgefucktester Ort der Welt“, doch die Währungskurse sind der Hammer! Man tauscht hier Hong Kong Dollar in chinesische Yuan mit einem Kurs von 1,26, wobei der offizielle Kurs an der Börse 1,265 ist. Deswegen nahmen wir dieses Mal alles Geld in bar mit, was man in den Bildern auch gut erkennen kann. Nachdem auf so einen Kulturschock kein chinesisches Essen folgen konnte, kehrten wir in meinen Stamm-Subway am Hafen ein.

Nach einer langen aber schlaflosen Nacht, ja, in Hong Kong kommt es schon mal vor, dass das Nachbarzimmer mitten in der Nacht eine private Karaoke Party steigen lässt, und einem traditionellen chinesischen Frühstück, Reisnudel-Suppe mit „Würstchen“ und Ei, entschloss ich mich, doch etwas an dem ersten Eindruck von Alex zu reißen und wir unternahmen eine ausgedehnte Tour über die Wohnblocks (große, 40 Stockwerke hohe Wohntürme) und die ausgelagerten Inseln, wo die Einwohner in kleinen Dörfern um den Marktplatz herum wohnen. Hier sieht man noch das richtige traditionelle Hong Konger leben, wie es vor dem Einfallen der Briten aussah. Interessant ist auch der Transport: von praktisch jeder Insel kommt man zu jeder anderen Insel per Fähre, die mit einer unglaublichen Geschwindigkeit über die Wellen schießt, direkt an den großen Frachtern vorbei. Nach diesem Ausflug musste ich mein „Versprechen“ an Alex einlösen, mal die Chungking Mansions genauer unter die Lupe zu nehmen und so nahmen wir den einen 8 Personen Aufzug, welcher für den Transport von 1000 Menschen zuständig ist zu dem Stockwerk, wo ich letztes Jahr übernachtet hab. Sichtlich geschockt wollte Alex dann nur noch raus und als wir im Treppenhaus einen völlig zerstörten Junkie trafen, war die Abreise auf dem Mansions angesagt. Doch wohin? Nachdem das ja unser erster Tag in Fernost war wollten wir ihn ganz Stilecht mit einer Massage beenden. Dumm nur, dass wir in Mongkok waren, wo es nicht nur extrem heruntergekommen ist, sondern auch viele „illegale“ Sachen ablaufen. So war dann auch das erste Massagestudio ein Puff, wo wir abgewiesen wurden, sobald die Dame am Eingang Alex gesehen hat. Beim zweiten hatten wir mehr Glück und so ließen wir es uns vor dem allabendlichen Konzert aus Geschreie und Karaoke nochmal richtig gut gehen. Chabos wissen, wer der babo is! Tempel Fischerdorf Alex on the flight Unser Flieger nach Beijing