Frittierte Maden!

Donnerstag, 20.03.2014

Nach Shangri-La sollte der nächste wirkliche Stopp Chengdu sein, welcher aber als Zwischenstopp Lijiang forderte, also machten wir uns nach dem Kloster auf nach Lijiang. Wieder mit dem Bus. Wieder dauerhaft Musik. Nach dieser vierstündigen Nervenprobe endlich angekommen verliefen wir uns natürlich prompt in der Altstadt. Ich bin zwar schon mal dagewesen, aber in diesem Viertel mit schmalen Wegen sieht einfach alles gleich aus. Und zu allem Übel wussten wir nur den Straßennamen, nicht aber die Hausnummer. Blöd, wenn die Straße, oder besser der Weg, die Altstadt ist komplett autofrei, mindestens 150 Hausnummern hat und man keine Ahnung hat, wo sich in etwa das Hostel befindet. Also mit 20kg auf dem Rücken bei 20°C ne kleine Wanderung unternommen und nach einer halben Stunde standen wir dann unvermittelt vor dem Hostel. Erste Veränderung zum letzten Jahr: der wunderbar englisch sprechende Joy, welcher letztes Jahr noch allein das Micro-Hostel gemanaged hatte, war nicht da und ist auch den kompletten Aufenthalt nicht mehr aufgetaucht.

Nach der ersten Nacht, mit wirklich allen Annehmlichkeiten, welche in Deutschland ganz normal wären, wie z.B.: fließend warmes Wasser, eine Tür, welche das Bad vom Zimmer trennt, Strom, ein warmes Zimmer, Wände, die dicker sind als Papyrus, konnten wir uns entspannt in die Altstadt begeben. Nachdem wir den ganzen Tag wirklich nur geschlendert sind, hier zwei kurze Anekdoten aus diesem Tag:

  1.        Setze dich niemals im Restaurant an die Veranda zur Straßenseite, es sei denn, du stehst auf Blitzlichtgewitter
  2.        Denke nicht, frittierte Maden schmecken nach Chips, sie haben nur die Konsistenz, schmecken tun sie wirklich nach Maden (und das ziemlich lange)

Lecker lecker Maden

Nach diesen Erfahrungen und einer kleinen Überraschung, Alex fliegt zu ihrem Geburtstag nach Chengdu zu den Pandas, ging es direkt los zum Airport.

Angekommen in Chengdu in einem der besten Hostels Asiens erwartete uns gleich ein allbekannter Schock: aufgrund von Bauarbeiten gibt es kein fließend Wasser am nächsten Tag. So schnell werden Sehnsüchte nach einer Waschmaschine unerreichbar. Naja, durch solche Kleinigkeiten lässt man sich im allgemein sehr geruchsintensiven China nicht den Trip versauen und so gingen wir, mit dem köstlichen Frühstück im Hinterkopf, ins Bett.

Was natürlich keiner von uns bedacht hatte, war die Tatsache, dass die Frühstückszubereitung auch des Wassers bedarf. Also keine Pancakes zum Frühstück, doch was dann? Schlussendlich fiel die Wahl auf Alex‘ Lieblingsfastfoodrestaurant namens Subway. Nach diesem authentisch-chinesischen Frühstück ging es auf zu den Pandas. Und da man diese friedlichen Tiere unmöglich in Worte fassen kann, lasse ich da wieder Bilder sprechen!

Nach diesem wunderschönen Ausflug kam die wichtigste Frage eines jeden Tags in China: Was soll es zum Abendessen geben? Wir ließen uns, um Alex‘ Geburtstag gebührend ausklingen zu lassen, einen guten Italiener empfehlen, weshalb wir schließlich im Casa Miya, ja, Chinesen nehmen es mit dem italienisch nicht so genau, landeten. Nach diesem vollkommen perfekten Tag, vom unspülbaren Klo im Hostel abgesehen, kam noch der perfekte Abschluss: Wieder meines Erwartens, Alex war da optimistischer, lief das Wasser nach 21Uhr wieder und so konnten wir dann doch noch in einer Nacht und Nebel Aktion für frische Wäsche sorgen!

Der nächste und auch schon wieder letzte Tag in Chengdu sollte ein ganz gemütlicher werden, also erst einmal ein gutes Frühstück im Hostel eingenommen, Wasser lief ja wieder, und dort den Morgen vorbeiziehen lassen. Zum Mittagessen hatte ich ein lang angekündigtes Attentat auf Alex vor: eines der heruntergekommensten Restaurants, in denen ich in 4 Monaten China je gegessen habe. Dafür aber das Restaurant mit einen der besten Taiyuan der Welt. Was sind Taiyuan? Kleine Bällchen mit schleimiger Oberfläche, die Haut besteht aus Reisteig, und einer süßer mehlig-sämigen Füllung, das Ganze in einer süßen Suppe. Richtig beschissen zum Essen, vor allem mit Stäbchen, aber extrem lecker! So machten wir uns also auf in dieses Hygienedesaster, um das bisher leckerste Mahl der Reise einzunehmen.

Gestärkt ging es dann weiter zum nächsten Programmpunkt: Massage. Und nicht nur irgendeine Massage, sondern eine von unserem Hostel empfohlene Qi-Gong Massage, die nicht wirklich entspannend, aber dafür umso gesünder ist. Die Szenerie in dem Massagestudio war aber relativ bizarr. Der Besitzer scheint wohl gestorben zu sein, so Alex Theorie, und übrig blieb eine Masseurin mittleren Alters, wahrscheinlich seine Tochter, die allein in dem wohnzimmergroßen Raum stand. Nun ja, eine Kundin war auch noch dabei, die jedoch etwas ganz anderes gekauft hat, als eine Massage. Nämlich ein Bett, sie schlief da einfach nur. Also durfte der Erste von uns sofort ran und sich auf die Liege legen. Ich erfuhr ziemlich schnell, was die Qi-Gong-Massage wirklich ausmacht. Da ich ja seit Jahren Kampfsport praktiziere, kenne ich mich recht gut mit Druckpunkten und den Flüssen des Qi im Körper aus. Und so wie man bei einer normalen Massage versucht, die Muskeln durch direkte Massage zu lösen, so versuchte sie den Energiefluss im Körper durch Massage jedes einzelnen Druckpunkts zu aktivieren, bzw. zu stärken.

Mit gestärktem Qi ging es dann wieder ins Hostel und zum Abendessen. Und da wir in Sichuan sind, der schärfsten Region der Welt, musste ich natürlich Gong Bao Chicken probieren, das schärfste Gericht dieser Region. Zugegeben, es war wirklich extrem scharf, aber auch unglaublich lecker!

So hängt man Unterwäsche in China auf Großer Panda Roter Panda Roter Panda