Feiern bis der Boden bebt!

Donnerstag, 28.02.2013

Flo:

Nachdem wir seit Shanghai immer entweder geflogen oder mit dem Schnellzug gefahren sind, musste nach Beijing ein bisschen Ruhe einkehren und so machten wir uns, auf zu Sitzen umfunktionierten Betten, auf den Weg nach Chengde, einem kleinen „Kaff“, so wurde mir es jedenfalls vorgestellt, mit nur 3.600.000 Einwohnern. Gemütlich bedeutete übrigens, dass wir die Strecke von nur 300km in 6h zurücklegten.

Nach diesem kleinen Funken Entspannung direkt am hektischen Beijing standen wir vor unserem „Hostel“. Nachdem, was vor allem ich schon in der letzten Zeit erlebt habe, sind mir schon die schlimmsten Bilder durch den Kopf gegangen. Doch wir standen nicht vor einem heruntergekommenen Etwas, sondern vor einem Top-Hotel-Tower, mit einer Eingangshalle größer als in anderen Hostels der Essensbereich. In diesem Hotel hat unser Hostelbesitzer ein Stock gemietet. So bekamen wir tatsächlich für einen Apfel und ein Ei Hotelservice vom feinsten.

Am nächsten Tag ging es dann los zum Highlight jeder Chinareise, der großen Mauer. Da wir extra 300km von Beijing weggereist sind, hatten wir den kompletten Mauerabschnitt mit vielleicht 10 Touris zu teilen, es sind also keine Menschen auf den Bildern! Das einzig nervige war, dass am Eingang eine Horde von Einheimischen wartete. Davon lösten sich 2 und hefteten sich an unsere Versen. Die haben es sich nicht nehmen lassen und auf Schritt und Tritt zu verfolgen, nur um uns nach dem Sightseeing-Trip irgendwelche T-Shirts oder Täschchen zu verkaufen.

Der letzte Tag in Chengde war eigentlich so geplant, dass man in das Kaiserliche Sommer-Resort geht und sich anschaut, wie die Kaiser früher Urlaub gemacht haben. Doch dort angekommen erschien es uns doch ein bisschen heftig, fast das doppelte des Eintrittspreises der Mauer zu zahlen, also ging es spontan zur nächsten großen Attraktion Chengdes: einer fast perfekten Kopie des Potala Palastes in Lhasa. Die Chinesen sind in der Hinsicht echt heftig, sie kopieren sogar ihre eigenen Attraktionen, damit sie von Beijing-Touris einfacher angeschaut werden können. Nachdem wir wieder im Hostel zurück waren und ich meinem alltäglichen Fressrausch ausleben wollte, meinte Alex, dass es doch blöd sei, mit dem Bus in die Stadt zu fahren und wir doch sicher am Hostel irgendwo etwas zu Essen finden. Also losgezogen und in das nächstbeste Restaurant. Schon beim eintreten merkten wir, dass die Leute hier wohl noch nie Europäer gesehen haben, denn alle Anwesenden drehten sich zu uns und gafften uns an, den kompletten Aufenthalt lang! Das ging so weit, dass sich 2 der Bedienungen ganz unauffällig an einen Spiegel setzten, durch den sie uns beobachten konnten. Da erinnerte ich mich sofort an einen Satz aus meiner ersten Stadt: „You are the mainsight!“ (Zu deutsch: Du bist die Hauptattraktion). Also wurde etwas schneller gegessen und es ging ab zur ersten Feier in China. In einen Club, geleitet von unserem Hostelbesitzer, der unglaublich nett ist. Von ihm bekamen wir auch Biergutscheine. Also in die Lounge gesessen, ein „Wasser-mit-etwas-Bier“ getrunken und ab auf die Tanzfläche. Es war schon von weitem merkwürdig anzusehen, dass die Tanzfläche aus Holz ist, doch mit dem ersten Schritt merkten wir: die ganze Fläche ist eine Box! Unter dem Holz musste ein Hydraulikarm sein, sodass die Fläche zum Bass bebte, das war wirklich unglaublich! Nach 2h mussten wir aber aus medizinischen Gründen oder vielmehr Tinitus-Profylaxe den Club verlassen und noch ein letztes mal in einem Hostel schlafen, bevor es nach Datong in ein richtiges 3-Sterne-Luxus-Hotel geht, natürlich wieder mit unserem gemütlichen Züglein!

Das erste, was man von der Mauer sieht sind Kanonen Keine Menschenseele Unsere doch sehr aufdringliche Begleitung Überall Mauer - unglaublich! Die andere Richtung  Die original Mauer im original Zustand Die gefakte Potala die Chinesen fälschen sogar ihre eigenen Wahrzeichen Das Hauptgebäude  Die Dachtiere werden auch immer skuriller Die Das schaffen auch nur die Chinesen, eine ganze Packung Oreos bei denen die Kekse falsch rum sind zàijiàn zì Jinshaling! (Goodbye from Jinshaling)