Ballett im Kampfanzug

Dienstag, 05.02.2013

Nachdem der Bus dann in Lijiang angehalten hatte, musste ich recht zügig mein Hostel finden, da ich absolut keine Ahnung hatte, wie lang man einchecken konnte. Also die letzten Reste Akku aus dem Handy dafür verbraucht um mich per GPS zu lokalisieren. Gut, es waren zum Glück nur 2km bis zum Hostel. Aber diese waren durch eine riesige extrem verwinkelte Altstadt, die komplett autofrei war und in der es keine Straßennamen gab. Schon nach den ersten paar Metern habe ich total die Orientierung verloren, doch die Chinesen sind ja ein sehr hilfsbereites Völkchen, also wurde ich immer von einer Straße in die nächste geschickt und am Ende, man glaubt es kaum, kam ich sogar an. Ich wurde gleich mit „Hallo Florian“ begrüßt, was doch recht seltsam ist. Dachte ich zumindest, aber eigentlich ist das bei einem Hostel, das 4 Zimmer vermietet doch keine so große Kunst, alle Kunden zu kennen. Der alte Herr, dem das noch viel ältere wunderschöne Haus gehörte, fing dann an, nachts um halb 12 in perfektem Englisch, ich weiß bis jetzt noch nicht, wieso er das so gut kann, aus dem Nähkästchen zu plaudern. Dann wurde ich in mein Zimmer geführt. Einfach der Wahnsinn! Man konnte vom Bett aus durch eine riesige Fensterfront auf einen kleinen Kanal blicken, an dessen Ufer andere alte, beleuchtete Häuser standen. Aber ich wollte ja schlafen, also verschob ich das Panorama auf den nächsten Tag.

Am nächsten Tag machte ich mich dann auf, um die Altstadt zu erkunden. Einfach extrem, wie verwinkelt eine Stadt sein kann. Ohne eine Karte hatte man hier echt keine Chance. Doch irgendwie fand ich ins Zentrum und dort gab es dann Essenstourismus: chinesische Crêpes. Crêpes mit Nutella sind jetzt langweilig, nachdem auf meinem ersten chinesischen Sahne, Orangenstücke, Litschis, Melone, Mango und Erdbeeren waren.

Am zweiten Tag wollte ich eigentlich zu einer Schlucht fahren, aber die Bushaltestelle, von der aus der Langstreckenbus fahren sollte, war einfach nicht auffindbar. Also beschloss ich, mal einen Ruhetag einzulegen und mir meine Zugtickets am Bahnhof für den nächsten Tag abzuholen. Am Bahnhof angekommen, merkte ich, wie gut es war, diesen Bus nicht bekommen zu haben. Denn vor 4 Jahren, so wurde mir erzählt, ist der Bahnhof umgezogen und der alte, vor dem ich stand, war nur noch eine Ruine. Also machte ich mich auf, um den neuen Bahnhof zu suchen, und für das, das Lijiang ein kleines verschlafenes Städtchen ist, ist der Bahnhof riesig! Für die 4 Züge, die hier jeden Tag abfahren, wurde jeweils eine Wartehalle gebaut und jede Abfahrt wurde von einem extra Gleis abgefertigt. Irgendwo muss man ja investieren, wenn schon die Millionenstädte über keinen Schienennahverkehr haben.

Von hier aus ging es dann auch am nächsten Tag los zu meiner ersten Zugfahrt, bei der ich umsteigen muss. Ich hatte mich für die 6h Umstiegszeit vorbereitet und mein Ipod war komplett vollgeladen. Doch der Aufenthalt wurde mir extrem versüßt. Man denkt ja immer, die chinesische Exekutive ist nicht so heiter, umso mehr war ich erstaunt, als hochdekorierte Polizeibeamte in die Wartehallte marschierten, umgeben von jungen Polizisten in Kampfkleidung und Polizistinnen in rosa Röcken! Diese fingen an, ein Büro in der Wartehalle aufzubauen und dann ging das Programm los. Ich dachte wirklich, ich bin im falschen Film, als die jungen Polizisten und die Polizistinnen Pompons anlegten und anfingen, einen Mix aus Ballett und Cheerleading hinzulegen. Danach gab es Sketche und die hochdekorierten liefen herum und Stempelten die Zugtickets mit offiziellen Stempeln. Da ich wohl so schockiert geschaut habe kam eine junge Chinesin zu mir, die Touristik studiert und noch nie einen Ausländer gesehen hat, klingt ja richtig überzeugend, und erklärte mir, dass das ein Neujahrsritual sei. So werden mir die Polizisten hier in China doch richtig sympathisch!

Nach 24h 45min mit nur 5min Verspätung, da sollte sich die deutsche Bahn mal ein Vorbild dran nehmen, endlich in Emei angekommen machte ich mich erstmal mit dem Bus auf den Weg zum Hostel. Auf diesem Weg wurde ich, recht unvermittelt, von einem sehr jungen Mädchen angesprochen. Sie kam mit ihrer Mutter von Leshan, wo ich an dem Tag auch hinwollte, und fing an einfach so von sich zu erzählen. Sie meinte, sie wäre 16, zum Glück hat sie mich nicht gefragt, ich hätte sie höchstens auf 12 geschätzt. Auch ihre Mutter fing irgendwann an, immer wieder zu sagen „You’re a beautiful boy!“. Das ganze wurde mir dann doch sehr suspekt. Doch dann kam die Krönung, die Mutter meinte, ich wäre doch der perfekte Mann für ihre Tochter, was ich denn dazu sagen würde? Tja, den ersten Heiratsantrag, der ja eigentlich der einzige bleiben sollte, habe ich mir dann doch anders vorgestellt. Aus dieser Masche muss man erstmal wieder rauskommen, doch ich schaffte es und konnte mich doch ledig auf den Weg nach Leshan machen. Dort steht der größte Buddha der Welt. Er ist 70m hoch, aus Stein und es führt ein gewundener Weg an dem Buddha herab. Und man muss doch tatsächlich im Winter bei ca 5°C in der Nebensaison in einer Schlange den  Berg runterwatscheln. Mein Gott, hier steht man echt für alles an. Selbst für den Bus zurück.

Am nächsten Tag ging es dann einen der berühmtesten Berge der Welt und den wichtigsten Berg für die Buddhisten hoch. Der wichtigste Berg ist er für die Buddhisten, da Bodhisattva Samantabhadra auf seinem dreiköpfigen weißen Elefanten auf den Berg geflogen ist, und dieser jetzt sein Aufenthaltsort ist. Gut, über den Grad der Wahrheit hinter dieser Geschichte muss man nicht lang diskutieren, aber diese Geschichte brachte die Leute doch tatsächlich dazu, eine riesige vergoldete Statue die 40km auf den Berg zu tragen! Ich für meinen Teil habe es bevorzugt, aus Zeitgründen natürlich, im Sommer werde ich da hochwandern, den Bus bis kurz vor den Gipfel zu nehmen. Von dort aus gab es zwei Möglichkeiten, die eine war eine Seilbahn mit den größten Kabinen Chinas und ein „very icy and snowy little path“. Als Europäer stellt man sich da einen halben Meter Schnee und überall Glatteis vor und inmitten ein kleiner Trampelpfad. Dieser Gedanke wurde dadurch verstärkt, dass Spikes für die Schuhe verkauft wurden. Doch es waren, ganz zufällig, nur die Stellen bei den Verkäufern wirklich eisig, der Rest des Weges, der aus 2m breiten Treppenstufen bestand, war zum Teil geräumt, ansonsten waren 2cm Schnee zu finden. Ich frage mich echt, was Chinesen im Winterurlaub in Europa anziehen. Auf dem Weg nach oben traf ich einen Chinesen, der kein Wort Englisch verstand, mich aber bis zu meiner Abfahrt nach Chengdu begleitete und mich auf Chinesisch vollquatschte. Ich frage mich tatsächlich, ob das Selbstgespräche waren.

Heute war ich für einen Tag in Chengdu, der Stadt der Pandas. Und was habe ich wohl gemacht? Ich war auf der Panda Station, um das erste Mal echte Pandas zu sehen. Dafür nahm ich sogar einen kompletten Vormittag herumgefahre mit dem Bus in Kauf, um am Ende in einem Tricycle in halsbrecherischer Geschwindigkeit ans Ziel gefahren zu werden. Aber es hat sich gelohnt! Pandas sind wirklich die schönsten und friedlichsten Tiere, die ich je gesehen habe. Ich bin jetzt, mehrere Stunden nach meinem Besuch total euphorisch. Diese Tiere stecken halt an. Deswegen gibt es von meinem Aufenthalt in der Pandastation nur Tierbilder, da ich mein Zoomobjektiv gewählt habe!

Die Resaurantmeile in Lijiang Die alten Häuser Hier wird so viel geraucht, dass die Warnungen schon auf den Straßen sind Das Venedig Asiens Honigverkauf chinesische Crêpes Ein Tanz der Naxi Mit den Bergen im Hintergrund Echte Felle Das Labyrinth von Lijiang Der Yulong Xueshan Die Altstadt Mao Riesige Statue von Mao Die Wahrzeichen von Lijiang Der Smiley passt ja Überall wilde Hunde Der Das Schaffnerhäuschen So wird hier Müll beseitigt Eine Bäuerin Die Bushaltestelle am Bahnhof Ein Ahnengrab, dafür gibt die Familie alles aus, was sie hat Blick über Lijiang Panorama Ein 1200 Jahre alter Tempel in Leshan Der Kopf des großen Buddha, link sind Menschen Willkommen im Smog Der große Buddha Sightseeing für reiche Panorama vom Buddha Die Schlange am Buddha Mitten im Zentrum einer Millionenstadt Metropole Leshan Das Raubtier soll den Buddha beschützen Ein Drache Über den Wolken auf dem Emei Shan Soviel zum Thema The Sea of Clouds Ich im Bild Die riesige Statue auf dem Gipfel Und mal wieder ich War schon sehr hoch Der Tempel auf dem anderen Gipfel Der goldene Tempel Juhu, Pandas! Der erste Panda ab jetzt lass ich die Bilder sprechen ... ... ... ... Einer der letzten 10000 braunen Pandas ... ... ... ... Ein wilder Pfau auf dem Weg ... ... ... Kopfüber gehts wieder runter