Auf steinigen Wegen

Sonntag, 27.01.2013

Zuerst einmal tut es mir echt leid, aber alle Kommentare und alle Blogeinträge sind wegen eines Serverausfalls verloren gegangen. Die Kommentare habe ich aber noch alle bei mir als E-Mail, ihr seid also nicht vergesen :) Und die Blogeinträge habe ich zum Glück auf dem Laptop gespeichert. Das hier ist halt eine Seite, die von Studenten gemacht wurde und umsonst ist, deswegen muss man mit Problemen immer rechnen. Doch nun weiter zu meiner Reise:

Nachdem meine erste Zugfahrt im Soft Sleeper ja relativ witzig war, kam jetzt meine zweite Nacht im Zug, aber dieses Mal im Hard Sleeper. Man bemerkt schon beim Einsteigen den Unterschied zwischen den beiden „Klassen“. Während beim Soft Sleeper mehrere englischsprechende Mitarbeiter den Weg zum Bett gezeigt haben empfing einen im Hard Sleeper nur eine grimmige Person, die einfach kein Wort sprach. Dafür waren meine Roommates hier richtig gut drauf! Eine 22-Jährige Geographielehrerin die im Verlauf der Nacht immer als Übersetzerin gerufen wurde, ein 24-Jähriger Chinese der bei der chinesischen Luftwaffe ist (!!!) und eine Familie, die absolut kein Englisch sprach. Der jüngste der Familie hat aber ein Jahr Kung Fu gemacht und so hat man sich dann doch mit Hand und Fuß verständigt. Wie in China wohl üblich ging nach dem losfahren erst mal das große Fressen los und jeder hat jeden eingeladen. So kam es dann, dass ich von den 2, die nicht von der Familie waren, zum Speisesaal geschleppt wurde und mir mal „the real chinese cuisine“ gezeigt wurde. Es gab irgendeine Frucht mit Fruchtwasser, in dem Schweinefleisch eingelegt war, Salat, ein komisches absolut undefinierbares Gemisch (in dem aber ganze Knoblauchzehen waren) und Fisch. Dazu natürlich Reis. Da musste ich schon Schlucken und meinen ganzen Mut zusammennehmen, damit ich wenigstens ein Gericht probierte. Aber ich hatte keine Wahl, die beiden fingen an, wie als chinesische Gastgeber üblich, alles Mögliche auf meine Reisschale zu laden, auch Fisch. Eigentlich hasse ich Fisch , aber ich hab ihn mal probiert und muss sagen, dass chinesischer Fisch wohl zu einer meiner Lieblingsessen wird! Nach dem Essen, das wirklich alles großartig geschmeckt hat (man muss eben nur Mut haben) wurde mir dann ein chinesisches Kartenspiel beigebracht. Es ist erstaunlich, wie verdammt schnell diese Chinesen denken können. Bevor ich auch nur ansatzweise meine Karten hingelegt hatte, lagen die Stichkarten der Gegner schon darauf.

Dann, in Kunming angekommen, versuchte ich erstmal, mein Hostel zu finden. Das stellte sich als schwieriger heraus als eigentlich gedacht, da es inmitten eines riesigen Areals lag und keine wirklichen Beschriftungen. Noch dazu war die Treppe der Hinterausgang eines Restaurants. Dort völlig verschwitzt angekommen wollte ich eigentlich erst einmal duschen, doch mein Handtuch war noch im dreckige-Wäsche-Sack und das Hostel hatte keine Handtücher. Naja, stinkt man halt wie der Rest hier, interessiert eh keinen. Also auf zum ersten Sight: einem Tempel inmitten der Stadt. Schon interessant, was hier alles angebetet wird. Eine alte Frau kniete zum Beispiel vor einem simplen Tor. Noch dazu sind die Bräuche der Hindus witzig. Wie in Trance laufen mehrere Leute, manche mit Musikinstrumenten, durch einen vollkommen mit Rauch durchsetzten Raum und singen minutenlang eine einzelne Strophe. Wieder zurück im Hostel genoss ich es erst einmal, dass es im hosteleigenen Cafe für Gäste Bier und Ingwertee umsonst gab und machte mich, wie immer, auf die Suche nach einem preiswerten Restaurant. Dabei stieß ich auf ein vielversprechendes All-You-Can-Eat Western- and Easternstyle Restaurant. Also mal reingeschaut und es war der Hammer. Zwar alles ganz klischeehaft (die Pizza total überfettet) aber leider schlechte Maultaschen. Dafür waren sogar Getränke all inclusive!

Am nächsten Tag ging es dann zu einem der Highlights meiner Reise: „the Stone Forest“ oder auch Shilin genannt. Dazu musste man zuerst mit dem Taxi, welches innen total vergittert war, man kam sich vor wie im Gefängnis, eine halbe Stunde zur Bushaltestelle und von dort 1,5h mit dem Reisebus fahren. Und man hatte wirklich immer das Gefühl es wird gleich einen Unfall geben. Ich meine, wer kommt auf die Idee auf dem Beschleunigungsstreifen auszuscheren, zwischen 2 Spuren an 2 Fahrzeugen vorbeizuquetschen und dann den nächsten auf dem Beschleunigungsstreifen rechts zu überholen? Ich meinte dann zum Taxifahrer: „Time does not matters“ und er meinte nur lachend „Oh, this is slow mode“. Na dann gute Nacht, wenn man es eilig hat. Busfahren ist hier auch der Wahnsinn. Die Straßen sind in so schlechtem Zustand, dass meine Nebensitzerin die genze Zeit gebrauch vom Kotzeimer gemacht hat, der mitten im Bus steht. Doch das alles war es wert! Shilin ist einer der schönsten und aufregendsten Orte, die man sich vorstellen kann, man schaue nur mal auf die Bilder. Nachdem mich der Bus wieder zurückgebracht hat, dieses Mal sogar ohne Ausscheidungen einer Person, musste ich wieder zurück nach Kunming-City. Doch kein Taxi wollte mich mitnehmen, sie zeigten nur auf eine Frau, die mich dann schlussendlich auch für den Taxipreis mit ihrer total schrottreifen Kiste fuhr. Zurück im Hostel gab es dann ein kleines Abendessen und kaum war ich fertig, wurde ich zum Billardspielen eingeladen. Nach dem ersten Match wurde ich wie selbstverständlich zum großen Turnier des Abends eingetragen, zu dem mir aber leider die Zeit nicht reichte.

Dieses Tor wurde von der Frau angebetet Der Cuihu See mit tausenden Vögeln Der Laden ist 5m weg vom Armutsviertel Die ersten Steine in Shilin Ein Polizeiautolein Die ersten richtigen Steine Mal ein Größenvergleich, das war ein kleinerer Stein Gefährlich gelegen Von der anderen Seite Panorama vom Peak Als hätte man die Steine mit dem Schwert getrennt... Ich im Bild Ein bisschen eng was? Die ganzen Auszeichnungen Ausblick vom Rastplatz Wer sie im Bild davor nicht erkannt hat: eine Überwachungskamera (Superzoomobjektiv) Mal ein bisschen mehr Platz um die Felsen 3D geht ja noch aber 6D?!?