Berichte von 03/2015

Hommage an Mama

Freitag, 27.03.2015

Auf der Insel angekommen, erwarteten uns direkt die ersten Backpacker, diese Insel besteht fast ausschließlich aus Backpackern, die mit einem LKW-Schlauch auf dem Mekong trieben. Dieses Schauspiel hielt uns aber nicht allzu lang, denn schon bald meldeten sich die Kilos aus dem Rucksack und wollten weiter. Also verabschiedeten wir uns von unserer Grenztruppe, welche auf die Party-Seite der Insel wollte und suchten uns ein Hostel. Dies stellte sich in der Hochsaison als gar nicht so einfache Aufgabe heraus, denn unser angepeiltes Hostel war direkt voll. Das führte dazu, dass wir suchend auf der Insel herumirrten, bis uns eine überschwängliche, aber freundliche Dame mit „Hello, have room!“ ansprach. Diese Dame, von allen einfach nur Mama genannt, gab uns ein ordentliches Zimmer, das an nichts mangelte, zumindest immer dann, wenn man die Gute gebeten hat, die Hauptleitung fürs Wasser aufzudrehen, denn diese drehte sie mehrmals am Tag mit der Begründung, irgendjemand würde Wasser verschwenden, einfach zu. Doch man kann sich irgendwie arrangieren und so verbrachten wir zwei Tage auf einer Insel, wo man nicht wirklich viel machen kann, außer in der Hängematte liegen und die schöne Landschaft aus ebendieser bestaunen. Wobei, eine Kleinigkeit gibt es dann doch zu sehen: unsere Insel und eine der benachbarten sind durch eine alte Eisenbahnbrücke verbunden, bei der noch eine alte Lok steht. Hinter dieser Lok sind dann auch die berühmten Mekongfälle. Also sind wir am zweiten Tag die 5km fröhlich hin marschiert, bei 35° und praller Sonne. Dort angekommen erwartete uns ein Ticketoffice. Dieses wollte, dass wir für die Wasserfälle mehr bezahlen, als für unsere Übernachtung. Das sahen wir nicht ein und liefen unverrichteter Dinge, wobei so ein Spaziergang in der Mittagshitze ja auch fast ein Erlebnis ist, wieder zurück.

Blick von der Insel Sonnenaufgang von unserem Zimmer Die Fahrt zurück

Chaos in Laos

Dienstag, 24.03.2015

Nachdem wir den Mekong wieder flussabwärts bis Kratie geheizt sind, ging es, mit einer Nacht dazwischen weiter, mit Ziel Laos. Die erste Etappe ging entspannt im Gräbele des Notsitzes, also ohne Rückenlehne, ins nahe Stueng Traeng. Nah ist es eigentlich schon, würde nicht zufälligerweise in diesen Tagen der komplette Streckenabschnitt generalüberholt, und so ging die Fahrt über Stock und Stein, jeden Graben speicherte der Rücken, und als man dann ankam, wollte man nur noch entspannen. Das ging auch, denn der Fahrer machte uns deutlich, wir sollten einfach auf den nächsten Bus nach Laos warten. Dieses Warten zog sich dann aber doch über drei bis vier Stunden, bis uns endlich ein Busfahrer mit dem Ruf „Who wants to go to Laos?“ erlöste. In den großen Reisebus stiegen schlussendlich neun Passagiere, weniger als zuvor im Minivan. Von diesen neun Passagieren waren acht aus Europa und einer aus Japan. Eigentlich hätten hier schon die Alarmglocken schrillen sollen, wenn kein „Local“ an Bord ist, verheißt das eigentlich nie Gutes. Aber wir waren endlich wieder auf der Straße, wer beschwert sich da schon? 

An der Grenze angekommen, empfing uns ein junger Mann, der uns in perfektem Englisch erklärte, was zu tun ist, wo man sein Visum beantragen kann, usw. Eine Schweizerin und ich wurden sofort stutzig, vor allem als sie fragte, wo denn der „Immigration Point“ ist und er meinte, der kommt erst nach der Grenze. Damit entlarvte er sich als Schlepper, der unwissenden Touris überteuerte oder gefälschte Visa verkaufen will. Mit diesem Wissen mobilisierten wir die Gruppe und geschlossen gingen wir zum Check-Out aus Kambodscha. Dieser korrupte Check-Out wollte mit uns aber sein Geld verdienen, 2$ dafür, dass er den Ausreisestempel anbringt, wir konnten ihn jedoch auf den durchaus üblichen Dollar runterhandeln. Nun ging es weiter gen Laos, oder besser Richtung nächster korrumpierten Beamtenschaft, welche sich dieses Mal nicht runterhandeln lies. Dafür ging die Grenzkontrolle dann auch relativ einfach, was uns aber nicht viel brachte. Denn nachdem alle ihr Visum hatten und wir los wollten, kam einfach kein Bus, um uns mit zu nehmen, und das, obwohl wir eigentlich bis zu den viertausend Inseln gefahren werden sollten. Also warteten wir und versuchten, irgendwie Kontakt mit der Busgesellschaft aufzunehmen, aber die netten Beamten, denen wir schon einen Haufen Geld zugesteckt haben, wollten uns zum Dank nicht einmal ihr Telefon zur Verfügung stellen. Irgendwann konnte dann ein Franzose unserer Gruppe einem Tourist, der offensichtlich eine bessere Busgesellschaft gewählt hat, sein Telefon abschwätzen und so kam nach einiger Zeit ein Minivan, um uns abzuholen. Da 9 Backpacker in einem Minivan mit 9 Sitzen schon eine Herausforderung sind, waren 9 Backpacks einfach zu viel und so wurden diese einfach auf das Dach gebunden, manche recht professionell, manche kamen kaum in Kontakt mit dem Seil, das sie befestigen sollte. Der Fahrer sprach bei der ganzen Aktion kein Wort, auch auf Fragen reagierte er überhaupt nicht. Also beschlossen einige, dass der Fahrer wohl kein Englisch spricht und kamen auf die glorreiche Idee, über ihn zu lästern, er sähe so wütend aus und was er denn für eine seltsame Brille hat. Das resultierte in einem tatsächlich wütenden Fahrer, der mitten in der Pampa anhielt, ausstieg, die hintere Tür aufriss und in sehr gutem Englisch meinte „Who says I’m angry?“. Wir mussten unsere ganze Überzeugungskraft einsetzen, dass er uns nicht einfach im Nichts aussetzt. Das hat dann doch funktioniert und wir kamen, einige Stunden zu spät, auf der Insel an.

Tourism Guidance

Montag, 23.03.2015

Nachtrag: Video vom Klong Boat in Bangkok

Nachdem wir die erste Strecke spontan mit dem Flugzeug zurückgelegt haben, ging es dieses Mal dann doch ans Bus fahren. Die Strecke von Siem Reap nach Kratie, unserem nächsten Stop, sollte ein großer Bus eigentlich in maximal 5h schaffen, unserer brauchte aber, dank zahlreicher Umwege und Zwischenstopps, geschlagene 10h. In so einer langen Zeit kommt man dann doch mit den anderen Touris ins Gespräch und so lernten wir zwei Lehrerinnen kennen, eine aus der Schweiz und die andere aus Südafrika. Letztere unterrichtet seit drei Jahren Englisch in Kambodscha und war auf dem Weg ins weite Laos, da sie dort weiter unterrichten wollte. Ihr einziges Problem war dabei nur, dass sie dem allgemeinen Trend in Kambodscha gefolgt ist und ihr Smartphone verloren hat. Dadurch konnte sie in Kratie nur schwer ein Hostel finden. Wir halfen ihr bei der Suche und als Dank lud sie uns nach Cape-Town ein. Die nächste Reise ist damit offiziell geplant! Nach dieser Strapaze endlich im Hostel angekommen, wartete die nächste Überraschung auf uns: das Hostel ist ein Tourism Training Center, hier werden benachteiligte Jugendliche aus ganz Kambodscha in die Tourismusbranche eingelernt! So kam es schon mal vor, dass beim Abendessen 4 Angestellte das Essen aufnahmen, 3 Trainees und ein Ausbilder. Am ersten Tag in Kratie hatten wir überhaupt nichts zu tun, also schlenderten wir durch die Stadt, ich auf der Suche nach einem Frisör und wir allgemein auf der stetigen Suche nach einem Ort, der unsere Dollar in Kip tauscht. Diesen „Ort“ scheint es jedoch in Kambodscha einfach nicht zu geben, weder Banken noch dubiose Goldschmiede wollten Kip tauschen. Ziemlich seltsam in einer Stadt, die ihr Hauptgeschäft mit Touris macht, die nach Laos gehen oder von Laos kommen. Ich jedoch wurde mit meinem Wunsch nach einer luftigeren Frisur fündig: ein ziemlich heruntergekommener Friseursalon wollte mich, nachdem etliche davor den Dienst verweigert haben, bestimmt haben die Angst davor, dass europäische Haare irgendwie anders sind, tatsächlich als Kunde! Nachdem kurz gezeigt wurde, wie viel weg sollte, ich habe mir gar nicht erst die Mühe gemacht, eine Wunschfrisur zu definieren, ging es auch schon los. Wie zum äußeren Eindruck des Friseurs passend, wurde ich mit einem Kamm frisiert, der bis auf den Handgriff schwarz vor Dreck war, sehr lecker! Nach dieser dann doch sehr peniblen Behandlung, der „Meister“ ließ sich gut und gerne 20min Zeit, ging es dann auch für mich wieder heim und zum ausgezeichneten Essen. Dies genießt man mit Blick auf eine lebende Wand: wie zur Dekoration laufen Geckos über Geckos die Wände des Hostels auf und ab und essen dabei praktischerweise gleich die ganzen Mosiktos! Am nächsten Tag ging es ziemlich früh los auf dringliche Mission: die kurz vor dem Aussterben stehenden Irrawaddy Delfine anschauen, Süßwasserdelfine, die sich hier im Mekong tümmeln. Dazu wurden wir in einer kleinen Nussschale auf den Mekong geschippert, der Motor wurde ausgemacht und man wartete. Und tatsächlich, um uns rum tauchten regelmäßig um die 15 Delfine auf! Diese Tiere waren fast so atemberaubend wie die Pandas in Chengdu, echt wunderschön! Da das Spektakel aber nicht so lang dauert und wir um 10 schon wieder im Hostel waren, musste noch ein Programmpunkt her und der hieß: Moped fahren! Also haben wir ganz spontan ein Moped gemietet und schon ging die wilde Fahrt los: bei 40km/h und noch lang nicht am Geschwindigkeitslimit düsten wir über Schotter und durch kleine Dörfer, immer den Mekong hoch. Der Verkehr war überraschend einfach zu bewältigen, mit einem kleinen Trick: man fährt einfach schneller wie die LKWs, so werden diese nicht „gezwungen“ einen haarscharf in einem halsbrecherischen Manöver zu überholen. Das man nicht aus Kambodscha kam, fiel irgendwie trotz, oder vielleicht genau wegen, dem Motorradhelm auf, denn die Kinder an der Straßenseite riefen einem jedes Mal ein lautes „Hello!“ zu und freuten sich dabei riesig. Allgemein scheinen die Kinder sich an der Anwesenheit von Ausländern zu erfreuen, so spielten einige Schulkinder als wir eine Pause machten das Spiel „Wer traut sich, am Ausländer vorbei zu rennen?“. 

Ein Delfin Man könte fast meinen, hier war Action Auf unserer Moped Tour schier unendliche Stufen! ... Der Buddha blickt in die Ferne

Tucking the Wats

Freitag, 20.03.2015

Nachdem Air Asia uns sicher und komfortabel in Kambodscha ankommen ließ, wollten wir eigentlich nur noch über die Grenze und heim. Dies stellte sich aber als gar nicht so leichtes Unterfangen heraus, da wir noch vor dem Terminal angehalten und zum Ausfüllen eines „Health Check“ Fragebogens aufgefordert wurden. Dieser war im Endeffekt länger als unsere kompletten Einreiseunterlagen, welche man ja schon im Flugzeug ausfüllen kann und so kam es, dass ein komplettes Flugzeug um 2 Tische gekauert stand, und diesen Zettel ausfüllte. Nach dieser eher unnötigen Kontrolle, der Zettel wurde nicht mal angeschaut, wurden wir vom Fahrer unseres Hostels im kambodschanischen Stil heimgefahren, also im Tuk-Tuk. Dieses Hostel entpuppte sich als wahrer Traum! Es gab einen Pool, den man bei über 35°C auch bitter nötig hat, einen kinderreichen Besitzer, dessen Sprösslinge auch mal vor der Schule um 6Uhr morgens den Pool schrubbten und ganz wichtig: wenigstens einen Ventilator im Zimmer, der jedem den halben Rücken im Ansatz gekühlt hat. In diesem Traum angekommen machten wir uns am ersten Tag auf in Richtung Stadt. Wie? Mit Fahrrädern! Man könnte meinen, dass dies ziemlich gewagt ist in solch einem Land, aber wenn man einfach fährt, niemals anhält und am besten nicht nach hinten schaut, bekommt man von dieser Gefahr wenigstens nichts mit. Die Stadt an sich hat eigentlich nicht viel zu bieten, ist sie doch aus dem einzigen Grund gebaut worden, Touristen eine Bleibe zu bieten, in der sie sich vor und nach ihrem Trip nach Angkor erholen können. So haben wir einen der Touri-Tempel angeschaut und wollten eigentlich schon wieder heim, da entdeckte ich einen Barbier. Man könnte ja schon davon ausgehen, dass in einer Touristenhochburg wie Siem Reap die Shops an Ausländer gewöhnt sind, aber hier ziehen sich die Parallelen zu China: Kaum saß ich, stürmte so ziemlich das ganze Personal zu mir, machte Fotos, … Hier ist nicht der Kunde der König, sondern die Sehenswürdigkeit.

Für die nächsten zwei Tage, die auch die heißesten Tage unseres Lebens wurden, sollte es in den Angkor Komplex gehen. Dazu mieteten wir, ganz im Sinne der Khmer, ein Tuk-Tuk von unserem Hostel, gefahren von einem der vermeintlichen Sprösslinge. Am ersten Tag machten wir uns schon um 5Uhr auf, denn wir hatten Großes vor: den Sonnenaufgang bei Angkor Wat anschauen. Dieses Event hatte etwas Mystisches: Man wird von seinem Fahrer irgendwo im nirgendwo im stockdunkeln herausgelassen und läuft, gemeinsam mit einem kleinen Pulk durch uralte Tempelanlagen, bis sich plötzlich alle auf eine Mauer setzen. Den Grund des Setzens sieht man noch nicht, da es hier, mitten im Dschungel, komplett finster ist. Als es nach und nach immer heller wurde, erkannte man dann vor einem thronend, Angkor Wat! Als dann die Sonne aufgegangen war, ging es erst richtig los. Massen von Touristen wurden zu dieser Hauptsehenswürdigkeit gekarrt und noch viel größere Massen kamen uns entgegen, als wir alles angeschaut und schon wieder bei unserem Tuk-Tuk waren, bereit, weit vor allen anderen zum nächsten Tempel der riesigen Anlage gefahren zu werden. Diese Tuk-Tuk Fahrten waren immer eine willkommene Abwechslung, denn, ob man es glaubt oder nicht, föhnte einen der Fahrtwind immer bis zum nächsten Tempel wieder einigermaßen trocken und frisch. Bestimmt hatte der König damals nach diesem Kriterium seine Anlagen in genau diesem Abstand bauen lassen. Die inneren Tempel unterschieden sich kaum, waren sie doch alle in einem Zeitraum von 100 Jahren gebaut und auch überall spielten ähnlich junge Kinder dieselbe Musik, was hier trauriger weise lukrativer erscheint, wie sein Kind zur Schule zu schicken. Nach solch einem Tag musste es dann erst mal an den Pool gehen, und ein leckeres Essen, die Khmer kochen sehr würzig aber überhaupt nicht scharf, konnte man natürlich auch nicht ausschlagen. Am zweiten Tag konnte man dann endlich mal wieder ausschlafen, denn wir fuhren erst um 7 Uhr los. Vorbei ging es dieses Mal an Angkor Wat und dem Inner Circuit und hin zu der äußeren Anlage. Diese bestand aus vielen einzelnen Tempeln, deren vielen Stufen man natürlich immer wieder aufs Neue erklimmen musste, und das bei fast 40°C! Wirklich interessant waren hier jedoch auch die chinesischen Tourgruppen. Diese hatten wir am ersten Tag kaum zu Gesicht bekommen, da wir ja schon zum Sonnenaufgang da waren, aber am zweiten Tag wimmelte es nur so von ihnen. Und diese wurden doch tatsächlich in großen Reisebussen angekarrt, die einzigen, die nicht mit den Tuk-Tuks da waren, und ließen sich in der prallen Sonne in Anzugshose und langärmligem Shirt von ihrem Guide jedes Detail der Tempelanlage erklären. Und natürlich musste jeder Mal mit jedem vor jedem Tempel fotografiert werden. Als wir den äußeren Ring auch durch hatten, ging es mit unserem Tuk-Tuk zu etwas recht besonderem. 29km nördlich von Angkor Wat liegt eine Tempelanlage, die nochmal 100 Jahre älter ist, als die ältesten Tempel der Angkor Gruppe, genauso alt wie die Kukulcán Pyramide. Dieser alte Tempel hatte eine aufwendige Verzierung an den Außenwänden, die einfach atemberaubend war. Ich denke, die Bilder werden da genug sagen.

Wieder daheim trafen wir abends eine relativ alte Frau aus Massachusetts, welche sich einfach so ganz allein in einen Flieger nach Hanoi gesetzt hat und jetzt ein bisschen durch Südostasien reist. Das dies funktioniert ist echt erstaunlich, kennt man sich doch eigentlich als Ü60 nicht so wirklich gut in Südostasien und vor allem in Hostels dort aus. 

Unser Fahrer Angkor Wat Angkor Wat ... Einer der Türme Die Sonne Einige Störenfriede Eine der Wasserstraßen, für die Steine Der Beschützer der Wats Aufwendige Wandverzierung Unserer Fahrer, im Pulli bei 40° Ein Tempel Schon über 2000 Jahre alt ... und hält nicht mal das Lot Auch Pflanzen finden sich hier Sogar Blüten Ein Tempel #2 Und sogar Tiere finden sich hier

Orangensaftüberschuss

Mittwoch, 18.03.2015

Zum dritten Mal war es jetzt wieder so weit: es geht nach Asien! Dieses Jahr gibt es jedoch eine kleine Veränderung zu den Jahren zuvor: nachdem wir China mittlerweile gründlich erkundet haben, mal frierend, mal schwitzend, gönnen wir uns dieses Jahr etwas, das mehr einem Dampfbad in der deutschen Therme gleicht, als einem wirklichen Reiseziel: Thailand, Kambodscha und Laos stehen dieses Jahr auf dem Programm. Nach einem recht angenehmen Flug mit Vietnam Airlines, bei dem ich wie immer Unmengen an Orangensaft getrunken habe, sodass die Stewardess mir zum Frühstück eigenständig welchen einschenkte, begaben wir uns in Bangkoks Nahverkerssystem. Besser gesagt: In den Kampf mit Bangkoks Nahverkehrssystem. Denn anders als in chinesischen Städten, in denen man auf Busse setzt, hat man hier sofort das Problem Stau erkannt und setzt auf Boote. Die einzige Chance zu unserem Hotel zu kommen, bestand also aus einer halbstündigen Fahrt in einer Nussschale zusammen mit bis zu 100 anderen Mitfahrern, die in rasantem Tempo über die übelriechende Kloake Bangkoks geschifft wurden. Der Ein- und Ausstieg war dabei jedoch das größte Problem: Da das Boot so schnell wie möglich sein sollte, wird auf ein kompliziertes Anlegeverfahren verzichtet, man fährt einfach nur an das Pier und die Fahrgäste müssen über den mal großen und mal kleinen Spalt zwischen Boot und rettendem Ufer irgendwie selbst gelangen. Doch dafür kommt man für unter 1,50€ einmal Quer durch Bangkok, und das ohne Stau (eigentlich schade, die Hauptattraktion der Stadt zu umgehen). Blieb nur noch die Frage, was man am ersten Nachmittag in einer Stadt wie dieser machen soll. Die Antwort auf diese vermeintlich schwere Frage fiel mir relativ einfach: Man macht sich einen maßgeschneiderten Anzug! Denn diese sind in Bangkok billig wie schön. Da ich mich schon im Vorfeld erkundigt habe, welcher Schneider es werden soll, ging es direkt zu ihm und die Fragerei sollte losgehen. Was soll es für ein Stoff sein? Und für die Hose? Soll es noch ein Hemd sein? Oder zwei? Nachdem diese Fragen alle beantwortet wurden, ging's zum Messen und bestellt war der Anzug! Also nichts wie heim, was mit dem vorletzten Boot grade noch so gut ging, und ab ins Bett. Kaum brach der nächste Tag an stellte sich schon die wichtigste Frage des ganzen Tages: Was sollen wir Frühstücken? Nachdem wir in China ja unangenehme Erfahrungen mit der morgendlichen Nudelsuppe gemacht haben, gingen wir hier in Bangkok direkt auf Nummer sicher und gönnten uns Köstlichkeiten aus dem nächsten 7-Eleven. Man könnte meinen, Supermärkte seien in Bangkok eine Rarität, wie z.B. in Beijing, aber nein, alleine auf unserem kurzen Fußweg zum Steg passierten wir jeden Morgen ganze drei 7-Eleven! Gestärkt ging es dann sofort auf den kühlenden Trip mit dem Boot und weiter mit einem Bus in Richtung Floating Market. Der Floating Market besteht aus vielen kleinen Booten, die, in der Brache schwimmend, Essen zubereiten und verkaufen. Hier gibt es jede erdenkliche Köstlichkeit des Fernen Ostens: Vom Mini-Pancake mit gemahlenen Shrimps über frittierte Maden bis hin zu diversen gekochten Chillis kann man sich hier alles antun. Jedoch wurde es, gerade zwischen den Booten, ziemlich heiß, sodass wir uns recht schnell wieder in den klimatisierten Bus gerettet haben. Mit dem ging es los zu den Tempeln. Und wenn Bangkok eines im Überfluss hat, dann sind das diese netten, riesigen Tempelanlagen, die auch noch so anders sind, wie die uns bekannten chinesischen. Um dem Buddha, der hier die zentrale Rolle spielt, genügend Respekt zu erweisen, muss man einige Dinge beachten. Man könnte ja meinen, Religionen wären ansatzweise dem Klima der Region angepasst. Aber nein, selbst hier und bei schwülen 35-38°C muss man in langer Hose den Tempel betreten. Am dritten Tag konnte dann aber die kurze Hose ausgepackt werden, denn es ging in die Innenstadt! Diese ist aufgeteilt in ein Business-Viertel, welches direkt in die Nacht- bzw. Nacktszene angrenzt. Es ist schon leicht befremdlich, mit Spiegelreflex bewaffnet zur nächsten Sehenswürdigkeit zu laufen, während unmittelbar neben einem ältere Herren in Häusern verschwinden, die mit „Sexy Boys“ oder „Best Boys in Bangkok“ werben. Während wir durch eine dieser Gassen, im Gespräch vertieft, schlenderten, pirschte sich ein Thai von der Seite an uns heran und begrüßte uns mit (Zitat): „Hobt se scho alles?“. So kam es also, dass wir einen in Linz geborenen Thai trafen, der mittlerweile als Schlepper für ein Touristenbüro in Bangkok arbeitet. Irgendwie ein downgrade. Wieder daheim und endlich im Bett diskutierten wir, wie wir den nächsten Tag am besten überstehen können. Es sollte nämlich um 4Uhr morgens mit dem Taxi zum Zug und mit diesem zur Grenze gehen. Da kam mir die Idee: „Hey, wir könnten doch mal schauen, ob es noch spontan billige Flüge gibt!“. 18h später war dann auch schon das Boarding und wir flogen nach Siem Reap.

Der floating Market Einer der größten Tempel Bangkoks Der Tempel biegt sich unter seinem Gewicht Blick auf dem Fenster einer Stupa ... Auch in Thailand wird mit viel Liebe zum Detail verziert Im Kontrast ein chinesischer Tempel Unser geliebtes Klong Boat Huch, ein Roboter! Selbst in Bangkoks Innenstadt leben ca. 1,5m große Leguane