Berichte von 02/2013

Feiern bis der Boden bebt!

Donnerstag, 28.02.2013

Flo:

Nachdem wir seit Shanghai immer entweder geflogen oder mit dem Schnellzug gefahren sind, musste nach Beijing ein bisschen Ruhe einkehren und so machten wir uns, auf zu Sitzen umfunktionierten Betten, auf den Weg nach Chengde, einem kleinen „Kaff“, so wurde mir es jedenfalls vorgestellt, mit nur 3.600.000 Einwohnern. Gemütlich bedeutete übrigens, dass wir die Strecke von nur 300km in 6h zurücklegten.

Nach diesem kleinen Funken Entspannung direkt am hektischen Beijing standen wir vor unserem „Hostel“. Nachdem, was vor allem ich schon in der letzten Zeit erlebt habe, sind mir schon die schlimmsten Bilder durch den Kopf gegangen. Doch wir standen nicht vor einem heruntergekommenen Etwas, sondern vor einem Top-Hotel-Tower, mit einer Eingangshalle größer als in anderen Hostels der Essensbereich. In diesem Hotel hat unser Hostelbesitzer ein Stock gemietet. So bekamen wir tatsächlich für einen Apfel und ein Ei Hotelservice vom feinsten.

Am nächsten Tag ging es dann los zum Highlight jeder Chinareise, der großen Mauer. Da wir extra 300km von Beijing weggereist sind, hatten wir den kompletten Mauerabschnitt mit vielleicht 10 Touris zu teilen, es sind also keine Menschen auf den Bildern! Das einzig nervige war, dass am Eingang eine Horde von Einheimischen wartete. Davon lösten sich 2 und hefteten sich an unsere Versen. Die haben es sich nicht nehmen lassen und auf Schritt und Tritt zu verfolgen, nur um uns nach dem Sightseeing-Trip irgendwelche T-Shirts oder Täschchen zu verkaufen.

Der letzte Tag in Chengde war eigentlich so geplant, dass man in das Kaiserliche Sommer-Resort geht und sich anschaut, wie die Kaiser früher Urlaub gemacht haben. Doch dort angekommen erschien es uns doch ein bisschen heftig, fast das doppelte des Eintrittspreises der Mauer zu zahlen, also ging es spontan zur nächsten großen Attraktion Chengdes: einer fast perfekten Kopie des Potala Palastes in Lhasa. Die Chinesen sind in der Hinsicht echt heftig, sie kopieren sogar ihre eigenen Attraktionen, damit sie von Beijing-Touris einfacher angeschaut werden können. Nachdem wir wieder im Hostel zurück waren und ich meinem alltäglichen Fressrausch ausleben wollte, meinte Alex, dass es doch blöd sei, mit dem Bus in die Stadt zu fahren und wir doch sicher am Hostel irgendwo etwas zu Essen finden. Also losgezogen und in das nächstbeste Restaurant. Schon beim eintreten merkten wir, dass die Leute hier wohl noch nie Europäer gesehen haben, denn alle Anwesenden drehten sich zu uns und gafften uns an, den kompletten Aufenthalt lang! Das ging so weit, dass sich 2 der Bedienungen ganz unauffällig an einen Spiegel setzten, durch den sie uns beobachten konnten. Da erinnerte ich mich sofort an einen Satz aus meiner ersten Stadt: „You are the mainsight!“ (Zu deutsch: Du bist die Hauptattraktion). Also wurde etwas schneller gegessen und es ging ab zur ersten Feier in China. In einen Club, geleitet von unserem Hostelbesitzer, der unglaublich nett ist. Von ihm bekamen wir auch Biergutscheine. Also in die Lounge gesessen, ein „Wasser-mit-etwas-Bier“ getrunken und ab auf die Tanzfläche. Es war schon von weitem merkwürdig anzusehen, dass die Tanzfläche aus Holz ist, doch mit dem ersten Schritt merkten wir: die ganze Fläche ist eine Box! Unter dem Holz musste ein Hydraulikarm sein, sodass die Fläche zum Bass bebte, das war wirklich unglaublich! Nach 2h mussten wir aber aus medizinischen Gründen oder vielmehr Tinitus-Profylaxe den Club verlassen und noch ein letztes mal in einem Hostel schlafen, bevor es nach Datong in ein richtiges 3-Sterne-Luxus-Hotel geht, natürlich wieder mit unserem gemütlichen Züglein!

Das erste, was man von der Mauer sieht sind Kanonen Keine Menschenseele Unsere doch sehr aufdringliche Begleitung Überall Mauer - unglaublich! Die andere Richtung  Die original Mauer im original Zustand Die gefakte Potala die Chinesen fälschen sogar ihre eigenen Wahrzeichen Das Hauptgebäude  Die Dachtiere werden auch immer skuriller Die Das schaffen auch nur die Chinesen, eine ganze Packung Oreos bei denen die Kekse falsch rum sind zàijiàn zì Jinshaling! (Goodbye from Jinshaling)

Schwarz, süß, mehlig - lecker!

Freitag, 22.02.2013

Alex: Wie in jeder Stadt war unsere erste Herausforderung in Beijing, das Hostel zu finden. Auf unserem Weg trafen wir zwei bayrische Reisende, die auch dorthin wollten und so gestaltete sich die Suche nicht so schwierig wie gewohnt.

Erst sahen wir uns das Gelände an, auf dem 2008 die Olympiade ausgetragen wurde. Das Stadion war wirklich riesig und wirkte dank der Vogelnest-Optik dennoch irgendwie filigran. Man sah deutlich, dass alles extra für das Riesenevent gebaut wurde. Die Straßen waren menschen- und autoleer und der McDonalds bot nur zwei verschiedene Menüs und eine Eissorte an, mehr konnte man nicht bestellen.

Einen typischen Touristentag in Beijing mit Sightseeing legten wir einen Tag später ein: Morgens schwangen wir uns früh aus den Federn um bei Sonnenaufgang am Tian'anmenplatz zu sein, da dort mit großem Tamtam und eingespielter Kapellenmusik die chinesische Flagge gehisst wird. Anschließend ging's zum Frühstücken erst einmal wieder ins Hostel (wir haben 5 Tage hintereinander leckere Pancakes mit Mango- bzw. Schokosauce und Obst gegessen).
Dann wollten wir die Verbotene Stadt besichtigen. Dort lebten chinesische Kaiser verschiedener Dynastien, sie ist erst seit Beginn des 20. Jahrhunderts für das Volk und Touristen geöffnet. Dementsprechend groß ist das Gelände. Wir liehen uns Audioguides in deutscher Sprache aus und ließen uns durch die prunkvollen Paläste, Tempel und Gebäude leiten. Faszinierend war beispielsweise ein ganzer Weg aus weißem Marmor oder riesige Häuser mit Thron, die nur als Umkleideraum verwendet wurden. Auch für die ersten drei Tage nach der Hochzeit des Kaisers gab es ein eigenes Gebäude, in dem er und seine frisch Vermählte ihre ersten Nächte verbrachten.

Wir hatten uns vorgenommen, uns in China mindestens einmal professionell massieren zu lassen, eigentlich deshalb, da es hier ziemlich günstig sein soll. Das Problem ist aber erst einmal, dass man eine Praxis finden muss, die seriös ist und hinter der sich keine illegale Prostitution verbirgt. Direkt auf unserem Weg von der Metrostation zu unserem Hostel lag ein solcher Spa und so wollten wir uns eine 60minütige Massage für 20 Euro nicht entgehen lassen. Wir kamen hinein und wurden zu unserer Überraschung nicht in getrennte Zimmer geführt. Das war soweit aber nicht schlimm, da man sich nicht entkleiden, sondern lediglich umziehen sollte, wir bekamen dafür frisch gewaschene und eingepackte Kleidung. Die Masseure kamen herein und breiteten auf den Liegen ebenso eingepackte Tücher aus, damit alles hygienisch war. Wir legten uns also hin und genossen eine wohltuende Massage.
Frisch entspannt wollten wir abends in eines der bekanntesten Pekingenten-Restaurants der Stadt gehen. Ich selbst bin eigentlich nicht DIE Fleischesserin in Person, aber das muss man schon probieren, wenn man in Peking ist. Das Restaurant war feiner als wir gedacht hatten. Wir wurden zu unserem Tisch begleitet und als wir unsere Jacken über den Stuhl gehängt hatten, wurden diese mit einer Stoffhülle bedeckt, damit die Kleidung nicht schmutzig wird. Als nächstes wurde uns ein feuchtes Tuch gereicht um unsere Hände zu reinigen. Wir entschieden uns also für die Ente und schneller als gedacht kam ein Koch, schnitt das gebackene Tier vor unseren Augen auf und richtete es appetitlich auf Tellern an. Die Bedienung zeigte uns dann, auf welche Weisen man Ente essen kann. Wir bekamen einen Teller mit verschiedenen Beilagen gereicht, wie zum Beispiel Salatgurke, Knoblauch und Sojasauce. Man kann nun die Ente in den auch beigegebenen Zucker dippen und so essen, oder durch Sojasauce streifen und mit den Beilagen in hauchdünne Crêpes oder knusprige Brötchen legen. Allerdings gestalteten sich die beiden letzten Vorhaben nur mit Stäbchen ein wenig schwierig. Als nächstes kam eine braun-schwarze Suppe, die etwas süßlich roch. Ich probierte sie, ohne zu wissen was es ist. Ich hatte einen solchen Geschmack noch nie auf der Zunge gehabt, es war etwas mehlig, aber auch leicht süß. Erst danach äußerte Flo seine Vermutung was das sei: Pürierte Gedärme der Ente. Ich aß dann doch nichts mehr von der Suppe. Zuletzt wurden uns noch mit Trockeneis schön angerichtete Mini-Orangen (die vielleicht etwas größer waren als Kirschen) serviert. Sie schmeckten gut, doch entweder hatten wir nicht die richtige Schältechnik oder es waren wirklich mehr Kerne und Haut als Fruchtfleisch enthalten.

Am nächsten Tag machten wir uns auf, einen von unserem Hostel empfohlenen Buchladen mit Büchern in nichtchinesischer Sprache unter die Lupe zu nehmen. An deutschen Büchern waren vor allem die von Schülern oft verhassten Reclam-Hefte mit klassischer Literatur wie Goethe, Schiller und Co. vorrätig. Abgesehen davon gab es noch einige, sehr überteuerte Romane. Deshalb kauften wir dann englische Bücher. Es war schon Abend und so kamen wir auf der anderen Straßenseite in den mehr oder weniger fragwürdigen Genuss des sogenannten Night-Marktes. Er besteht aus einer sehr langen Reihe von Ständen, die Essen verkaufen. Es waren viele Kuriositäten dabei wie zum Beispiel Tintenfische, mit Ei überbackene Krebse oder Kakerlaken am Spieß. Wir trauten uns nicht an das eher unübliche Essen heran und genossen lieber gebratene Nudeln.

Zu unserem Hostelzimmer gibt es noch zu sagen, dass ich mich das erste mal auch mit einer östlichen Dusche vertraut machen musste. Immerhin hatten wir ein Bad im Zimmer und kein Gemeinschaftsbad, allerdings sind diese hier zumeist so gestaltet, dass sich ein Waschbecken und eine Toilette darin befinden und der Duschkopf an der Wand hängt. Man duscht sich also mehr oder weniger über der Toilette und flutet den ganzen Raum. Aber ändern konnten wir dies sowieso nicht und mussten uns eben mit den Umständen abfinden.

In Beijing sind wir nicht an die Große Mauer gefahren, dafür war extra unsere nächste Stadt vorgesehen: Chengde.

Na das klingt ja nach Spaß! Erster Abend in Beijing Ein komplett gefrorener Fluss In einem Daoistischen Tempel, man soll mit den Metallmünzen die Glocke treffen Rauch - überall Rauch! Ein extrem Filigranes Bild, dafür, dass es in die Wand gemalt ist Auf jedem roten Band ist ein Wunsch Mit Essen spielt man nicht - mal malt damit! DAS Wahrzeichen Beijings: Smog Das Vogelnest Die sogenannte Smogsonne Das Innenleben des Vogelnests Der Fotograf... ... und sein Werk: Chinesen beim Eisrutschen Beijings Sonnenuntergang Interessante Straßenlampen... Der Wasserwürfel Vogelnest bei Nacht Die Farben sind nur ein bisschen optimiert Das Olympiacenter, für das es nicht wirklich eine verwendung gibt Vor dem Fahnenhisen Der Sonnenaufgang, gleich gehts los! Alles voller Militärs! Der Eingang zur Verbotenen Stadt Das alles nur für einen Kaiser! Der glänzende Boden kostete sein Gewicht in Gold! Der exklusive Weg für den Kaiser, aus weißem Marmor Warum nur einen kaiserlichen Garten? Baut man einfach einen kaiserlichen Berg! Kaum Räucherstäbchen zu sehen! einfach so tanzen da Menschen im Park Himmelstempel Mit Zucker übergossene Erdbeeren ein zugefrorener See Flo's absolute Lieblingsspeise - dieses Mal mit Schokofüllung! Von dieser Brücke mussten wir fliehen, da uns Touris verfolgten

Schneechaos - wie 5cm unser Leben verändern

Dienstag, 19.02.2013

Alex:

Als wir in Hangzhou ankamen, regnete es. Mit unserem kompletten Gepäck auf dem Rücken versuchten wir, die Bushaltestelle zu finden, an der der Bus zu unserem Hostel fuhr. Das erwies sich als schwierige Angelegenheit, da diese Linie nicht wie die meisten anderen am Bahnhof vorbeifuhr. Alle Chinesen, die wir fragten, gaben uns wie üblich eine Wegrichtung an, um nicht zugeben zu müssen, dass sie auch keine Ahnung hatten, von wo der Bus abfuhr. Schlussendlich nahmen wir uns ein Taxi, das uns zu der vom Hostel angegebenen Adresse fuhr (20 Minuten Fahrt für gute 3 Euro!).
Doch wer jetzt denkt, damit sei die Sucherei zu Ende gewesen, der irrt; sie begann erst. Alle Wegweiser an der Straße und alle Schilder an den Häusern waren nur auf chinesisch und so klapperten wir die ganze nähere Umgebung ab, in der uns der Taxifahrer abgesetzt hatte. Wieder fragten wir Chinesen nach dem Weg und wieder erwies sich dieser als falsch. Gerade als wir beschlossen hatten, das Hostel anzurufen und um Hilfe zu bitten, sahen wir eine kleine englische Unterschrift auf einem Schild, das auf das richtige Haus hinwies. Komplett durchnässt checkten wir ein. Das Zimmer war im Vergleich zu den vorigen Städten riesig: Zwei breite Betten, die auf einem Podest waren, davor genug Platz für beide Rucksäcke und einen Laufweg. Eine Klimaanlage, die das Zimmer beheizen konnte gab es zum Glück auch, denn in der Nacht war es auch drinnen sehr kühl.

Wir hatten nur einen vollen Tag in Hangzhou, den wir für Sightseeing nutzen konnten. So gingen wir früh am nächsten Morgen aus dem Haus um zu einer großen Tempel- und Gartenanlage zu fahren. Über Nacht hatte es geschneit, was offensichtlich in China Seltenheitswert hat. Überall auf den Straßen, vor allem denen mit einer – wenn auch noch so kleinen – Steigung, waren Strohmatten ausgelegt, die die Fahrzeuge vor dem Wegrutschen bewahren sollen. Man bekam das Gefühl, alle Menschen spielen aufgrund des Schnees total verrückt. Man beachte auch der Zeitungsausschnitt.

Die Landschaft sah umso malerischer aus. Wir zahlten Eintritt im Glauben, dafür den ganzen Park inklusive der drei Tempel besichtigen zu können. Doch für den Haupttempel musste man fast noch einmal so viel hinblättern wie für den restlichen Park, deshalb ließen wir diesen Tempel Tempel sein und sahen uns lieber einen der anderen, sehr ruhig und idyllisch gelegenen und nicht so touristenüberfluteten, an.

Hinsichtlich der öffentlichen Verkehrsmittel hatten wir einen Glückstag. Denn als nächstes wollten wir zum Westsee, Hangzhous Wahrzeichen, das im Übrigen auf dem Ein-Yuan-Schein abgebildet ist. Wir setzten uns auf gut Glück in einen Bus, von dem wir (oder eher der Herr in der Runde) glaubten, dass er uns zum Nordufer des Sees fährt. Dank Flos guter Orientierung fanden wir zur passenden Stelle und machten uns über einen Damm auf zur ersten (Halb-)insel. Von dort aus hatten wir eigentlich vor, uns von einer Fähre auf eine künstlich angelegte Insel fahren zu lassen, die im Endeffekt einen See im See darstellt. Doch wir hatten Pech. Aufgrund der Jahreszeit und der wenigen Touristen fuhr nichts außer ein paar privaten Bootsmännern, die ihre Dienste anboten. Da es schon dämmerte, befürchteten wir jedoch, dann nicht mehr zurückzukommen und mussten uns diesen angeblich wunderschönen Anblick entgehen lassen.

Ebenso hatten wir mit der Rückfahrt im Bus Glück. Wir sahen auf einer Landkarte, welche Linien an unserem Hostel vorbeifuhren und stiegen dann, auf das Risiko hin, an einer völlig falschen Stelle herauszukommen, in einen Bus, von dem wir dachten, er könnte der Richtige sein. Und siehe da: 50 Meter von unserer Unterkunft entfernt konnten wir aussteigen.

Am nächsten Morgen mussten wir um kurz nach 7 Uhr morgens zum Bahnhof. Wir hatten mit dem Hostelbesitzer verabredet, dass er uns um 6 Uhr dort hin fährt. Doch er kam und kam nicht. Langsam machten wir uns Sorgen, ob wir rechtzeitig zum Zug kämen und überlegten uns, ein Taxi von der Straße heranzuwinken, obwohl wir „unseren“ Fahrer schon im Vorhinein bezahlt hatten. Doch mit 20 Minuten Verspätung fuhr er dann her und wir konnten pünktlich unseren Zug nehmen.

So sieht der Morgen in einem Hostel in China aus. Die berühmten Strohmattenunfallverhinderungseinrichtungen. Heute war es Flo sicher nicht kalt! Spätestens jetzt wurden wir angeschaut wie Ein bisschen Wasser See in Herzform (perfekt laut der Fotografin) Auch Alex ist eingepackt! Schneeflocken So stellt man sich einen chinesischen Traumwinter vor! Alles verschneit verschneiter Tempel Trauerweide am Westsee Flo mit dem Westsee Wasserspiele so hoch wie die Hochhäuser! Die Promenade Der malerische Westsee 7Mio Einwohner und der Bus fährt 4mal.. Der Artikel zum Schneechaos - Flughafen Shanghai

In schwindelerregenden Höhen

Sonntag, 17.02.2013

Flo:

Nachdem ich bisher immer im Westen war und dort ein relativ schlechtes Infrastruktursystem war, konnte ich dort immer nur Züge nehmen die mit durchschnittlich 50-100km/h durch die Gegend tuckerten. Hier im Osten Chinas ist das Ganze etwas anders, hier ist ein so gut ausgebautes Schienennetz, dass man überall mit G-Trains, einem ICE in schnell, hin reisen kann. So kam es dann auch, dass wir die Strecke Shanghai – Suzhou in einem solchen G-Train zurücklegten. Während Alex, immer noch den deutschen Standard nicht ablegend, die Fahrt als normal betrachtete fühlte ich mich wie im siebten Reisehimmel. Immerhin hätte ich für die 25 minütige Fahrt im Westen über 2h gebraucht. Nach dieser wilden Fahrt standen wir in Suzhou und mussten uns erst einmal organisieren. Da unser Hostel von einer riesigen Baustelle verdeckt wurde und wir so nicht der Hostelbeschreibung folgen konnten ging es mit 20kg Gepäck auf dem Rücken im Dunkeln auf einen kleinen Irrweg durch Suzhous Innenstadt, an dessen Ende wir an einem unfassbar großen Gebäude standen, das wohl unser Hostel sein sollte. Ausgerechnet habe ich durch die Brandschutzkarte, dass das ganze Hostel aus ungefähr 1000 Zimmern bestand.

Da dieser Riesenkomplex alles hatte außer Frühstück ging es in das benachbarte Restaurant wo es zum Frühstück ein leckeres scharfes Chickencurry gab. Dann ging es los zum Sightseeing und auf unsere erste Pagode mit 8 Stockwerken. Während die Chinesen oben ankamen und aussahen wie das blühende Leben kamen wir schnaufend und schwitzend an und konnten erst einmal eine Pause einlegen, damit die Aussicht an uns heran konnte. Nach diesem Workout sollte es eigentlich in einen Park gehen, aber als wir davor standen waren wir doch zu geizig um den Eintritt zu zahlen und nahmen eine Fahrradrikscha, um uns zum Bus fahren zu lassen.

Diese Pagode galt es zu erklimmen Laut Alex ein Gruselfaktor von 100% Im 3. Stock - noch entspannt Wozu jedes Haus einzeln entwerfen?! Ein Wolkenkratzer zu bauen wäre ja viel zu einfach, dann machen wir doch einfach 10 gleichzeitig Der Bahnhof Panorama vom obersten Stock Nochmal die Pagode Heaven's Gate Eine der vielen Bienen Upps, wo kommen die ganzen Menschen her? Nicht nur Chinesen sehen hier gleich aus... Da ist doch was im Busch... Bambus - das Sight! Flo auf der Pagode

Die Erfahrung, mal wieder Deutsch zu reden

Freitag, 15.02.2013

Nachdem ich jetzt immer allein unterwegs war und deswegen nie mein Name irgendwo aufgetaucht ist, muss es jetzt eine kleine Änderung geben. Denn in Shanghai ist Alex wie geplant, von 2,5h Verspätung mal abgesehen, zu mir gestoßen. Wir schreiben jetzt bis März immer im Wechsel oder zusammen die Einträge und damit es nicht zu kompliziert wird, kommen jetzt doch mal Namen vor.

 

Flo:

Bevor ich Alex vom Flughafen abholen konnte, musste ich ja erst selbst nach Shanghai kommen. Die Frage ob Zug oder Flug hat sich bei der Strecke Chengdu – Shanghai schnell gelöst, denn ich müsste 2600km im Zug sitzen. Das wären nonstop 37h. Was ich jedoch nicht bedacht hatte war, dass es Chinese New Years Eve war und so flog ich abends über ein riesiges Meer aus Feuerwerken. Noch dazu war kein Wölkchen am Himmel und so hatten wir auf der maximalen Flughöhe, die für den besonderen Anlass extra nur 5km war, die Illusion einer glitzernden Erde. Da ganz China an Neujahr zuhause ist, hatte ich das Flugzeug ziemlich für mich allein und so entschied sich dann ein Steward, man hat ja sonst nichts besseres zu tun, sich neben mich zu setzen und eine 2h Unterhaltung zu beginnen. Michael, so hieß der Steward, gewidmet nach dem großen Michael Jordan, welcher hier als so was wie der neunte große Bodhisattva verehrt wird, meinte, wir hätten ja so Glück, dass wir im Spring-Festival-Rush nach Shanghai gehen, sonst wäre Shanghai deutlich voller. Gut, wenn das stimmt, dann möchte ich wirklich nicht im normalen Shanghai sein. Hier durfte ich dann auch gleich meine ersten Bekanntschaften mit den Schiebern machen. Professionelle Angestellte der Metro, die nur aus dem Grund da sind, auch noch den letzten Menschen in die überfüllte Metro zu pressen.

Dann, nach einem wunderschönen Ruhetag, man muss ja nicht immer irgendwas anschauen, ging es los, um Alex abzuholen. Da ihr Flug planmäßig um 7Uhr ankommen sollte schnappte ich die erste Metro um 5:30 um die erste MAGLEV, die Magnetschwebebahn, die mit 430km/h der schnellste Personenzug der Welt ist, zu bekommen. So stand ich Punkt 7Uhr in der Departure Hall und durfte feststellen, dass der Flug um 2h verspätet ist. Warten ist man in China sowieso gewohnt, also setzte ich mich erst mal zu einem gemütlichen Frühstück hin und siehe da, nach 2,5h war das Flugzeug auch „schon“ angekommen. So konnte ich endlich in den Genuss kommen, mit wie viel Elan und Vorfreude man nach 12h Flug sein kann, als ich mit einem fantastischen „Mmmmh Hallo...“ begrüßt wurde.

 

Alex:

Das erste Erlebnis nach meiner um zwei Stunden verspäteten Ankunft in Shanghai war die MAGLEV, welche eine Höchstgeschwindigkeit von 431 km/h erreicht hat. Nicht nur für technisch interessierte Menschen ist das etwas wirklich besonderes, auch ich war fasziniert. Zum einen natürlich wegen der riesigen Geschwindigkeit, aber auch weil es außergewöhnlich ist, nicht auf Schienen oder Rollen zu fahren.

Von unserem Hostel war ich positiv überrascht: Ich hatte mich auf schlimmste asiatische Zustände und Sauberkeitsnormen vorbereitet, das Zimmer war aber eher westlich geprägt. Zwar sehr klein, wir brachten kaum unsere beiden Rucksäcke auf dem Boden unter, jedoch wirklich modern und sauber. (Westliche Toiletten sind im Übrigen nicht als Standard zu sehen, die chinesischen bestehen lediglich aus einer in den Boden eingelassenen Schüssel – ziemlich gewöhnungsbedürftig...)

Diesen ersten Tag nutzten wir noch dazu, eine der bekanntesten Plätze der Millionencity anzuschauen, den Bund. Das ist eine Uferpromenade, von der aus man die Skyline des modernen Stadtteils Pudong sehen kann. Wenn man sich durch die Menschenmenge bis nach vorne durchgekämpft hatte, konnte man den, vom nebligen Wetter jedoch ein wenig getrübten, Blick genießen.
Der zweite Tag war genau diesem Stadtteil gewidmet. Um dorthin zu kommen, wollten wir den Sightseeing Tunnel nutzen, der unter dem Fluss durchführt. Man sitzt in einer Seilbahn, die sich horizontal bewegt und an die Tunnelwände werden futuristische Farbeffekte projiziert. Am Ausgang war schon der pinke Oriental Pearl Tower zu sehen. Nach gut einer Stunde anstehen konnten wir hochfahren. Die Aussicht war nicht übertrieben spektakulär, also wollten wir wieder nach unten fahren. Unerwarteter Weise stießen wir auf eine Aussichtsplattform, die Glasboden hatte. Man konnte also senkrecht bis ganz unten sehen! An diesem Tag haben wir uns von einem anderen Wolkenkratzer auch die Stadt von oben angesehen, dieses Mal im Dunkeln. Der Ausblick des Oriental Pearl Towers konnte aber nicht mehr getoppt werden; man sah nur durch kleine durchsichtige Platten ein wenig nach unten. Trotzdem war der Blick auf so viele Hochhäuser einfach einmalig!

Mein erster Besuch in einem chinesischen Tempel war begleitet von dem übertriebenen Geruch der Räucherstäbchen, die alle dort kaufen und anzünden. Auffallend war auch, dass die Menschen vor jeder Statue niederknieten und sie anbeteten. Wir sind uns nicht sicher, ob sie Eintritt zum Tempel bezahlen um beten zu können, oder ob sie den Tempel touristisch besuchen aber vor Ehrfurcht niederknien.

Dass Männer durchaus eine kindliche Seite haben könne, durfte ich an unserem letzten Tag feststellen. Wir besuchten den botanischen Garten, der leider im Winter nicht ganz so schön aussah wie im Sommer. Deshalb mussten wir unseren persönlichen Schwerpunkt auslagern: Aufs Tretbootfahren. Flo ließ sich nicht davon abbringen und so waren wir augenscheinlich die einzigen Touristen, die sich bei kalten, eher trübem Wetter ein Tretboot mieteten – für 3 Euro pro Person – und eine Dreiviertelstunde über das kleine Gewässer tuckerten.

Ich habe bei unserem 5tägigen Aufenthalt in Shanghai schon einiges über die Kultur und das Leben hier gelernt:
a) Der Straßenverkehr. Als Fußgänger hat man ein ziemlich schweres Leben, weil außer an roten Ampeln nie jemand anhält und man permanent angehupt wird. Man überquert eine Straße, in dem man sich Spur für Spur vortastet, die Autos, Busse und Motorrollerfahrer weichen dann schon aus und wenn beide Seiten frei sind, kann man weitergehen.

b) Die Menschen. Die meisten sind sehr freundlich und höflich und sind meistens bemüht, einem zu helfen, auch wenn sie selbst nicht die genaue Antwort auf die Frage kennen, denn sie würden nicht zugeben, etwas nicht zu wissen.

c) Das Essen. Zugegeben: So oft habe ich zu Hause noch nicht mit Stäbchen gegessen, deshalb musste ich ins kalte Wasser springen. Es ist aber gar nicht so schwierig wie man es sich vorstellen könnte. Nudeln werden einfach „reingezogen“ und manchmal gibt es sogar Besteck dazu. In den Läden kann man viele Dinge kaufen, die es bei uns nicht gibt. Kaugummis mit Wassermelonen- oder Zitronengeschmack, Oreos in Sorten wie Schoko und Vanille oder fertig geschnittene Äpfel.

Die MAGLEV Flo vor dem Bund Lampignons im Oriental Pearl Tower Ein kleines Feuerwerk (so in etwa sah es auf Flos Flug aus) Hier ist sogar die letzte Brücke beleuchtet Lujiazui-Skyline Alex im Bild Hotel am Bund Im Bund Sightseeing Tunnel Oriental Pearl Tower Auf dem Oriental Pearl Tower Flos letzte Station vor Shanghai Glasboden im Oriental Pearl Panorama vom höchsten Observation Desk der Welt Blick nach Oben Sehr gutes Deutsch! Ein kleines Modell von Lujiazui Das Modell von Shanghai Unser Heimatdistrikt Super Wetter! Bei Nacht und Regen Ein ruhiger Tempel mitten in Shanghai Das Porzellan war höher wie Flo! Hier ist das wohl eine Attraktion, Fische zu berühren People's Square 2 zum Preis von 1,5 wer sagt da nein? Der See der Tretboote Im Tretboot Kurz vor Sonnenuntergang Auf Fotos sieht die Brücke immer ruhig und idyllisch aus...

Das Land der Seen

Samstag, 09.02.2013

Als ich in der Planung für meine Reise war, ging ich eigentlich davon aus, was ja auch irgendwo verständlich ist, dass der „Scenic Spot“ das Interessanteste an meinem Abstecher nach Jiuzhaigou wird. Ich sollte aber eines besseren belehrt werden.

Die 500km lange Strecke von Chengdu nach Jiuzhaigou legte ich mit dem, für Südwestchina ja so üblichen, Langstreckenbus zurück. Da ich schon gewohnt war, 6h und mehr an einem Bahnhof zu warten ging ich eigentlich davon aus, die 10h Busfahrt können ja nicht so schlimm werden. Doch im Gegensatz zu den Wartehallen am Bahnhof und den Zügen, wo die Leute immer so gesellschaftlich waren, sprach hier niemand auch nur ein Wort. Ausserdem saß ich neben einem doch sehr korpulenten Chinesen, weshalb ich die vollen 10h gnadenlos an die Scheibe gepresst wurde. Nach diesen Strapazen war ich dann doch froh, endlich angekommen zu sein und freute mich schon auf mein Bett. Also ein Taxi genommen und Zum Hostel gefahren. Doch dort angekommen erwartete mich kein netter Rezeptionist, sondern ein chinesisches Mädchen vor einem Wohnhaus die mir mit Hand und Fuß erklärte, ich könne nicht hier schlafen. In einer Großstadt wäre das ja nicht das Problem, doch hier war absolut nichts, nur ein kleines Dorf. Also lief ich mit meinem Gepäck los und fragte die Leute, wo man denn hier schlafen könne. Nach einer halben Stunde erbarmte sich ein Junge, kaum älter als 13/14 und zeigte mir den Weg zum einzigen „Hotel“. Na gut, immerhin ein Dach auf dem Kopf.

Am nächsten Tag ging es dann zum Scenic Spot, einer riesigen Anlage von wunderschönen Seen umringt von Bergen. Hier traf ich auch auf 2 Chinesen, mit denen ich den Tag verbrachte. Die ältere von beiden konnte auch recht gut Englisch, wobei der Akzent irgendwo zwischen British und Chinese lag, weshalb man sie kaum verstand.

Der letzte Tag in Jiuzhaigou bestand eigentlich nur aus der Kunst morgens um 7 Uhr einen der Hotelbesitzer dazu zu bekommen aufzustehen, mich auschecken zu lassen und mir irgendein Fahrzeug zu organisieren, damit ich meinen Bus zurück in die Zivilisation bekomme. Glücklicherweise war der Hotelbesitzer höchstpersönlich einer der Taxifahrer im Ort und so fuhr er mich, total verschlafen, zum Bus. Von dort ging dann das eigentliche Abenteuer los, denn es hat die komplette Nacht durch geschneit und die Chinesen sind null auf Schnee vorbereitet. Wie zu erwarten steckte dann der Bus an der ersten kleinen Steigung fest und es ging nicht mehr vor oder zurück. Ich weiß immernoch nicht wie, aber nach 15min ging es dann einfach weiter. Durch den Schnee blickten auch die Yaks und Pferde nicht mehr, wo Straße und wo Wiese ist, weshalb man schöne große Herden sehen konnte.

Ich in Jiuzhaigou Der große See mit Eisschollen im Hintergrund Die Berge spiegeln sich im Wasser Ein kleines Panorama (Original 250MP) Die ersten Wasserfälle Das Wasser umfließt einfach die Bäume Komplett gefrorener See Die Farben sind 100% wie im Original Farbverläufe durch Algen Das Ganze Gebiet hat 110 Seen Der See von oben Das Wasser ist nass? Also das beruhigt mich ja dann doch... Nochmal komplett gefroren Schöne Farbverläufe im Eis 360° Panorama Gebetstücher der Buddhisten Der Flaggenbaum Colorful Lake Die extremen Farben kommen durch Calcium und Magnesium Ein Herz aus Algen Ein riesiger Wasserfall

Ballett im Kampfanzug

Dienstag, 05.02.2013

Nachdem der Bus dann in Lijiang angehalten hatte, musste ich recht zügig mein Hostel finden, da ich absolut keine Ahnung hatte, wie lang man einchecken konnte. Also die letzten Reste Akku aus dem Handy dafür verbraucht um mich per GPS zu lokalisieren. Gut, es waren zum Glück nur 2km bis zum Hostel. Aber diese waren durch eine riesige extrem verwinkelte Altstadt, die komplett autofrei war und in der es keine Straßennamen gab. Schon nach den ersten paar Metern habe ich total die Orientierung verloren, doch die Chinesen sind ja ein sehr hilfsbereites Völkchen, also wurde ich immer von einer Straße in die nächste geschickt und am Ende, man glaubt es kaum, kam ich sogar an. Ich wurde gleich mit „Hallo Florian“ begrüßt, was doch recht seltsam ist. Dachte ich zumindest, aber eigentlich ist das bei einem Hostel, das 4 Zimmer vermietet doch keine so große Kunst, alle Kunden zu kennen. Der alte Herr, dem das noch viel ältere wunderschöne Haus gehörte, fing dann an, nachts um halb 12 in perfektem Englisch, ich weiß bis jetzt noch nicht, wieso er das so gut kann, aus dem Nähkästchen zu plaudern. Dann wurde ich in mein Zimmer geführt. Einfach der Wahnsinn! Man konnte vom Bett aus durch eine riesige Fensterfront auf einen kleinen Kanal blicken, an dessen Ufer andere alte, beleuchtete Häuser standen. Aber ich wollte ja schlafen, also verschob ich das Panorama auf den nächsten Tag.

Am nächsten Tag machte ich mich dann auf, um die Altstadt zu erkunden. Einfach extrem, wie verwinkelt eine Stadt sein kann. Ohne eine Karte hatte man hier echt keine Chance. Doch irgendwie fand ich ins Zentrum und dort gab es dann Essenstourismus: chinesische Crêpes. Crêpes mit Nutella sind jetzt langweilig, nachdem auf meinem ersten chinesischen Sahne, Orangenstücke, Litschis, Melone, Mango und Erdbeeren waren.

Am zweiten Tag wollte ich eigentlich zu einer Schlucht fahren, aber die Bushaltestelle, von der aus der Langstreckenbus fahren sollte, war einfach nicht auffindbar. Also beschloss ich, mal einen Ruhetag einzulegen und mir meine Zugtickets am Bahnhof für den nächsten Tag abzuholen. Am Bahnhof angekommen, merkte ich, wie gut es war, diesen Bus nicht bekommen zu haben. Denn vor 4 Jahren, so wurde mir erzählt, ist der Bahnhof umgezogen und der alte, vor dem ich stand, war nur noch eine Ruine. Also machte ich mich auf, um den neuen Bahnhof zu suchen, und für das, das Lijiang ein kleines verschlafenes Städtchen ist, ist der Bahnhof riesig! Für die 4 Züge, die hier jeden Tag abfahren, wurde jeweils eine Wartehalle gebaut und jede Abfahrt wurde von einem extra Gleis abgefertigt. Irgendwo muss man ja investieren, wenn schon die Millionenstädte über keinen Schienennahverkehr haben.

Von hier aus ging es dann auch am nächsten Tag los zu meiner ersten Zugfahrt, bei der ich umsteigen muss. Ich hatte mich für die 6h Umstiegszeit vorbereitet und mein Ipod war komplett vollgeladen. Doch der Aufenthalt wurde mir extrem versüßt. Man denkt ja immer, die chinesische Exekutive ist nicht so heiter, umso mehr war ich erstaunt, als hochdekorierte Polizeibeamte in die Wartehallte marschierten, umgeben von jungen Polizisten in Kampfkleidung und Polizistinnen in rosa Röcken! Diese fingen an, ein Büro in der Wartehalle aufzubauen und dann ging das Programm los. Ich dachte wirklich, ich bin im falschen Film, als die jungen Polizisten und die Polizistinnen Pompons anlegten und anfingen, einen Mix aus Ballett und Cheerleading hinzulegen. Danach gab es Sketche und die hochdekorierten liefen herum und Stempelten die Zugtickets mit offiziellen Stempeln. Da ich wohl so schockiert geschaut habe kam eine junge Chinesin zu mir, die Touristik studiert und noch nie einen Ausländer gesehen hat, klingt ja richtig überzeugend, und erklärte mir, dass das ein Neujahrsritual sei. So werden mir die Polizisten hier in China doch richtig sympathisch!

Nach 24h 45min mit nur 5min Verspätung, da sollte sich die deutsche Bahn mal ein Vorbild dran nehmen, endlich in Emei angekommen machte ich mich erstmal mit dem Bus auf den Weg zum Hostel. Auf diesem Weg wurde ich, recht unvermittelt, von einem sehr jungen Mädchen angesprochen. Sie kam mit ihrer Mutter von Leshan, wo ich an dem Tag auch hinwollte, und fing an einfach so von sich zu erzählen. Sie meinte, sie wäre 16, zum Glück hat sie mich nicht gefragt, ich hätte sie höchstens auf 12 geschätzt. Auch ihre Mutter fing irgendwann an, immer wieder zu sagen „You’re a beautiful boy!“. Das ganze wurde mir dann doch sehr suspekt. Doch dann kam die Krönung, die Mutter meinte, ich wäre doch der perfekte Mann für ihre Tochter, was ich denn dazu sagen würde? Tja, den ersten Heiratsantrag, der ja eigentlich der einzige bleiben sollte, habe ich mir dann doch anders vorgestellt. Aus dieser Masche muss man erstmal wieder rauskommen, doch ich schaffte es und konnte mich doch ledig auf den Weg nach Leshan machen. Dort steht der größte Buddha der Welt. Er ist 70m hoch, aus Stein und es führt ein gewundener Weg an dem Buddha herab. Und man muss doch tatsächlich im Winter bei ca 5°C in der Nebensaison in einer Schlange den  Berg runterwatscheln. Mein Gott, hier steht man echt für alles an. Selbst für den Bus zurück.

Am nächsten Tag ging es dann einen der berühmtesten Berge der Welt und den wichtigsten Berg für die Buddhisten hoch. Der wichtigste Berg ist er für die Buddhisten, da Bodhisattva Samantabhadra auf seinem dreiköpfigen weißen Elefanten auf den Berg geflogen ist, und dieser jetzt sein Aufenthaltsort ist. Gut, über den Grad der Wahrheit hinter dieser Geschichte muss man nicht lang diskutieren, aber diese Geschichte brachte die Leute doch tatsächlich dazu, eine riesige vergoldete Statue die 40km auf den Berg zu tragen! Ich für meinen Teil habe es bevorzugt, aus Zeitgründen natürlich, im Sommer werde ich da hochwandern, den Bus bis kurz vor den Gipfel zu nehmen. Von dort aus gab es zwei Möglichkeiten, die eine war eine Seilbahn mit den größten Kabinen Chinas und ein „very icy and snowy little path“. Als Europäer stellt man sich da einen halben Meter Schnee und überall Glatteis vor und inmitten ein kleiner Trampelpfad. Dieser Gedanke wurde dadurch verstärkt, dass Spikes für die Schuhe verkauft wurden. Doch es waren, ganz zufällig, nur die Stellen bei den Verkäufern wirklich eisig, der Rest des Weges, der aus 2m breiten Treppenstufen bestand, war zum Teil geräumt, ansonsten waren 2cm Schnee zu finden. Ich frage mich echt, was Chinesen im Winterurlaub in Europa anziehen. Auf dem Weg nach oben traf ich einen Chinesen, der kein Wort Englisch verstand, mich aber bis zu meiner Abfahrt nach Chengdu begleitete und mich auf Chinesisch vollquatschte. Ich frage mich tatsächlich, ob das Selbstgespräche waren.

Heute war ich für einen Tag in Chengdu, der Stadt der Pandas. Und was habe ich wohl gemacht? Ich war auf der Panda Station, um das erste Mal echte Pandas zu sehen. Dafür nahm ich sogar einen kompletten Vormittag herumgefahre mit dem Bus in Kauf, um am Ende in einem Tricycle in halsbrecherischer Geschwindigkeit ans Ziel gefahren zu werden. Aber es hat sich gelohnt! Pandas sind wirklich die schönsten und friedlichsten Tiere, die ich je gesehen habe. Ich bin jetzt, mehrere Stunden nach meinem Besuch total euphorisch. Diese Tiere stecken halt an. Deswegen gibt es von meinem Aufenthalt in der Pandastation nur Tierbilder, da ich mein Zoomobjektiv gewählt habe!

Die Resaurantmeile in Lijiang Die alten Häuser Hier wird so viel geraucht, dass die Warnungen schon auf den Straßen sind Das Venedig Asiens Honigverkauf chinesische Crêpes Ein Tanz der Naxi Mit den Bergen im Hintergrund Echte Felle Das Labyrinth von Lijiang Der Yulong Xueshan Die Altstadt Mao Riesige Statue von Mao Die Wahrzeichen von Lijiang Der Smiley passt ja Überall wilde Hunde Der Das Schaffnerhäuschen So wird hier Müll beseitigt Eine Bäuerin Die Bushaltestelle am Bahnhof Ein Ahnengrab, dafür gibt die Familie alles aus, was sie hat Blick über Lijiang Panorama Ein 1200 Jahre alter Tempel in Leshan Der Kopf des großen Buddha, link sind Menschen Willkommen im Smog Der große Buddha Sightseeing für reiche Panorama vom Buddha Die Schlange am Buddha Mitten im Zentrum einer Millionenstadt Metropole Leshan Das Raubtier soll den Buddha beschützen Ein Drache Über den Wolken auf dem Emei Shan Soviel zum Thema The Sea of Clouds Ich im Bild Die riesige Statue auf dem Gipfel Und mal wieder ich War schon sehr hoch Der Tempel auf dem anderen Gipfel Der goldene Tempel Juhu, Pandas! Der erste Panda ab jetzt lass ich die Bilder sprechen ... ... ... ... Einer der letzten 10000 braunen Pandas ... ... ... ... Ein wilder Pfau auf dem Weg ... ... ... Kopfüber gehts wieder runter