Alles in Budd(h)a

Mittwoch, 01.04.2015

Nachdem wir von Mama ausgecheckt haben, wurden wir von Papa, echt kreativ die Namen in Laos, mit einer kleinen Nussschale zum Ufer gefahren, von wo aus wir den Bus nach Pakse nahmen, wo unser Flugzeug nach Vientiane fliegen soll. Ein weiterer Programmpunkt in Pakse stellte das gemeinsame Essen mit zwei Freunden aus Deutschland dar, welche witziger Weise auch zu dem Zeitpunkt in Pakse waren, und einer schon im Hinflug in unserem Flugzeug saß. Dieses Essen baute aber darauf, dass der Bus uns pünktlich nach Pakse bringt, da wir recht wenig Aufenthalt hatten. Dieser Bus fuhr aber nach guter laotischer Manier ziemlich spät los und allgemein ziemlich langsam. Da wir aber trotzdem zusammen essen wollten, holten die beiden uns mit dem Moped ab und wir fuhren, 1,5h vor Abflug, zu einem Restaurant. Nach dem Essen und einer erfolgreichen Suche nach einem Tuk-Tuk ging es dann, 1h vor Abflug, Richtung Flughafen. Doch mehr war auch nicht nötig, denn der internationale Flughafen von Pakse besteht aus einem Check-In Schalter, wo die Gepäckstücke direkt auf das Rollfeld purzeln und einem einzigen Security-Check. Also einem Laufweg von vielleicht 15m, inklusive der Strecke, die man auf dem Rollfeld zum Flugzeug spazieren muss. Nach einem kurzen Flug, auf nur 18000 ft, die kleine Maschine hat nicht mehr Höhe geschafft, was uns aber einen tollen Ausblick beschert hat, landeten wir im Domestic Terminal des größten Flughafens Laos. Dass der Flughafen der größte Laos ist, muss hier extra betont werden, denn das Domestic Terminal hatte auch wieder einen einzigen Check-In Schalter pro Airline und ganz genau ein Gate, von dem aus man dann aufs Rollfeld laufen kann. Da dieser unglaubliche Flughafen auch keinerlei Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel genießt, ging es mit dem Taxi zum Hotel, und dieses stellte sich als das luxuriöseste Transportmittel aller bisherigen Asienreisen heraus: eine brandneue Limousine, mit Anschnallgurten, blitzblank geputzt und mit einem Fahrer, der so zurückhaltend fuhr, dass man gar nicht gemerkt hat, dass man in einem Auto sitzt. Stilecht war die Ankunft in der Hauptstadt Laos also schon mal nicht. Ebenso wenig unsere Unterkunft, während wir bisher ja nur in Hostels geschlafen haben, war in Vientiane die billigste Alternative ein Hotel, mitten im gehobenen Touristenviertel.

Nach diesem sehr angenehmen Einstieg und einem noch viel besseren Frühstück, direkt neben unserem Hotel war eine Skandinavian Bakery, ging es am nächsten Tag zum ersten To-Do: ein Moped finden, mit dem man die weiten Strecken zu den zum Teil außerhalb gelegenen Sights zurücklegen kann. Die Suche, welche uns immer wieder unsere Straße rauf und runter schickte, jeder Laote kennt offensichtlich einen anderen Verleih, endete vor einem sehr unseriös wirkenden Verleih, der als Pfand auch noch meinen Reisepass wollte. Das schlugen wir natürlich aus und ließen uns schlussendlich zu einem seriöser wirkenden „Travel-Agent“ fahren, welcher zwar auch meinen Pass wollte, aber deutlich seriöser wirkte. Keine zehn Minuten später heizten wir durch die Innenstadt Vientianes, Richtung Flughafen. Dort mussten wir Tickets für einen Flug gen Norden buchen, da die Airline keine Website hatte, von der aus man wirklich buchen will. Da es die Laoten irgendwie nicht so mit Schildern hatten, hielten wir irgendwann an und sahen per GPS, dass wir 5km zu weit gefahren sind. Man versuche das mal in Deutschland: fahre an einem größeren Flughafen vorbei, zum Beispiel Stuttgart, Hamburg, Tegel, und merke weder, dass der Flughafen direkt ums Eck ist, noch sehe ein Schild, das zu eben diesem weist. Wir erreichten trotzdem den Flughafen und konnten den Flug buchen, zwar nicht den vorher veranschlagten, der war leider ausverkauft, aber dennoch einen in die richtige Richtung. Nun ging es ans Tanken, wo wir mal wieder an eine Sprachbarriere stießen: während man in Kambodscha die Füllmenge in Litern bestellt, bestellt man hier die Füllmenge in 10.000 Kip. So bekamen wir nicht drei Liter in den Tank, sondern füllten den Tank für 30.000 Kip bis zum Rand voll. Also konnten wir Strecke fahren wie wir wollten, und das nutzten wir voll aus. Als ersten Stop ging es in den Buddha Park, direkt am Grenzposten zu Thailand und ca. 40km vom Flughafen entfernt. Und auch diesen verfehlten wir wieder um viele Kilometer, was darin endete, dass uns Locals den Weg zeigen mussten. Man könnte ja eigentlich meinen, so ein großes Sight ist leicht zu finden, aber nein, kein einziges Schild weist auf diesen recht großen Park mit 100 Buddha Figuren. Doch der Weg hat sich gelohnt, die Buddha Statuen waren echt schön, und der Park war bisher das gepflegteste Stück Grün unserer Reise. Nach diesem Naturerlebnis gönnten wir uns einen kleinen Umweg über eine interessantere Straße, welche durch ein paar kleine Dörfer verlief und in der Hauptattraktion Laos mündete, einer komplett in Gold gestrichenen Stupa, also einem spitzen Turm. Neben diesem sind zwei Tempel, einer im Norden und einer im Süden, im Buddhismus wahrscheinlich glücksbringende Himmelsrichtungen, nicht wie der Westen, der, zumindest im Glauben der Khmer, dem Tod gilt. Wir gingen in den im Norden und waren ziemlich beeindruckt: als erstes, dass die Laoten selbst Bilder machten und zum zweiten, als ein riesiger Gong halb Vientiane beschallte und ein laotischer Tourist aus der Ecke mit dem Gong kam. Dieser, unsere verwirrten Blicke schon längst entdeckt, klärte uns auf, dass man den Gong dreimal schlägt und je lauter man schlägt, desto mehr Ansehen erhält man in der Gesellschaft. Nach diesem Spektakel kam die alltägliche Suche nach einem geeigneten Platz zum Abendessen. Mit dem Moped recht flexibel und mit immernoch viel zu viel Sprit im Tank fuhren wir einfach mal in Richtung Food-Street und endeten in einem Sichuan-Restaurant. Wer sich noch an Chengdu erinnern kann, oder ein bisschen weit nach unten scrollt weiß, dass die Sichuan-Küche sehr scharf sein kann. Und ich bestellte ein Essen, welches wirklich scharf war. Während Alex ganz gemütlich ihr Omelette aß, kämpfte ich mit jedem Bissen meiner auch noch recht groß ausfallenden Nudelsuppe, ging aber nach ewiger Zeit als Sieger hervor.

Nachdem wir an dem Tag schon alle wirklichen Sehenswürdigkeiten abgeklappert haben, und immernoch viel zu viel Benzin im Tank hatten, entschlossen wir uns, am nächsten Tag einfach mal am Mekong drauflos zu fahren. Da wirklich kaum Verkehr war, konnten wir in relativ kurzer Zeit Pause mitten im nirgendwo 30km außerhalb Vientianes machen, ich denke, die Bilder sprechen hier für sich. Da den ganzen Tag schon Wolken im Himmel hingen, wurden wir auf der Rückfahrt, welche wir spontan auf einer gewundenen Straße quer durch den Wald antraten, von Regen abgekühlt. Wobei abgekühlt eventuell etwas untertrieben ist. Nachdem wir die letzten 2 Wochen immer über 30°C hatten und nachts froren, wenn wir die Klimaanlage auf unter 27°C stellten, war der Regen richtig kalt. Noch dazu sind so Wassertropfen bei unserer normalen Geschwindigkeit von 60-70km/h, was bei diesem Monster von Skooter so ca. die Hälfte des Gashahnes ausmachte, schon fast schmerzhaft, weshalb wir mit gemächlichen 40km/h dahinrollten. Am Ende dieser Straße fing Vientiane durch ein Straßendorf wieder an zu sein und wir machten erst mal Pause, ganz unbewusst an einem Barbershop. Nachdem ich diesen dann als solchen identifizierte und feststellte, dass die Rasur deutlich weniger als einen Euro kostet, legte ich mich sofort unters Messer.

Wieder daheim und eine kleine Tempeltour, mittlerweile haben wir echt eine kleine Überdosis an Tempeln, entschlossen wir uns, der Tank war auch nach über 100km immer noch halb voll, zu einer wohl sehr guten Pizzeria am anderen Ende der Stadt zu fahren, interessanter Weise vorbei an einem der pompösesten Häuser der Stadt. Was da wohl drin sein mag? Die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland. Doch dieses prunkvolle Haus ließen wir schnell zurück, denn wir hatten richtig Hunger. Dieser wollte aber nicht so schnell gestillt werden, denn die Pizzeria hatte einfach zu. Und wir waren am Ende der Welt. Beziehungsweise im Diplomatenviertel und die scheinen einen guten Hunger an den Tag zu legen, denn schon eine Querstraße weiter fanden wir einen Mexikaner und ich bekam die größte Mahlzeit meines Lebens, in Form eines Burritos. Der war auch noch so lecker, dass man lieber kämpfte, als aufzugeben, aber die Portion war einfach zu groß. So kämpften wir uns auf das Moped und das Moped kämpfte sich auf die Straße. Da ich auf die glorreiche Idee kam, dass ein anderer Weg bestimmt deutlich einfacher nach Hause führen muss, fuhren wir in eine Richtung los. Und endeten in einem nicht beleuchteten Feldweg, der an einer bedrohlichen Mauer mit NATO-Stacheldraht entlangführte. Wir brachen diesen Navigationsversuch dann ab, da das Gelände, es stellte sich im Nachhinein als die Botschaft Nordkoreas heraus, echt Angst einjagte.

Am letzten Tag in der Hauptstadt Laos gab es eigentlich nur noch einen Programmpunkt: Die Abgabe des Mopeds. Also brachen wir zur letzten der unzähligen Fahrten auf, und wurden prompt auf den letzten Metern von Polizisten angehalten. Diese meinten, wir würden falsch rum durch eine Einbahnstraße fahren wollen, und kassierten meinen Führerschein. Nach einiger Diskussion meinten sie, ich könnte ihn für eine doch recht hohe Summe wieder haben, ohne Strafzettel, also bestochen. Da wir bald losfliegen wollten, machte ich natürlich mit und bezahlte den korrupten Arm des laotischen Gesetzes. Da ich den Eintrag am letzten Tag der Laos-Reise schreibe, kann ich nur sagen, dass die ach so tolle Polizei die einzige negative Erfahrung auf der ganzen Reise bescherte, danke!

Buddha Park Wie auch immer ein Baum da rauf kommt Das Wahrzeichen Laos ... Schöne Bilder auf der Fassade ... Eine Enge im Mekong auf der Tour ... ...

Hommage an Mama

Freitag, 27.03.2015

Auf der Insel angekommen, erwarteten uns direkt die ersten Backpacker, diese Insel besteht fast ausschließlich aus Backpackern, die mit einem LKW-Schlauch auf dem Mekong trieben. Dieses Schauspiel hielt uns aber nicht allzu lang, denn schon bald meldeten sich die Kilos aus dem Rucksack und wollten weiter. Also verabschiedeten wir uns von unserer Grenztruppe, welche auf die Party-Seite der Insel wollte und suchten uns ein Hostel. Dies stellte sich in der Hochsaison als gar nicht so einfache Aufgabe heraus, denn unser angepeiltes Hostel war direkt voll. Das führte dazu, dass wir suchend auf der Insel herumirrten, bis uns eine überschwängliche, aber freundliche Dame mit „Hello, have room!“ ansprach. Diese Dame, von allen einfach nur Mama genannt, gab uns ein ordentliches Zimmer, das an nichts mangelte, zumindest immer dann, wenn man die Gute gebeten hat, die Hauptleitung fürs Wasser aufzudrehen, denn diese drehte sie mehrmals am Tag mit der Begründung, irgendjemand würde Wasser verschwenden, einfach zu. Doch man kann sich irgendwie arrangieren und so verbrachten wir zwei Tage auf einer Insel, wo man nicht wirklich viel machen kann, außer in der Hängematte liegen und die schöne Landschaft aus ebendieser bestaunen. Wobei, eine Kleinigkeit gibt es dann doch zu sehen: unsere Insel und eine der benachbarten sind durch eine alte Eisenbahnbrücke verbunden, bei der noch eine alte Lok steht. Hinter dieser Lok sind dann auch die berühmten Mekongfälle. Also sind wir am zweiten Tag die 5km fröhlich hin marschiert, bei 35° und praller Sonne. Dort angekommen erwartete uns ein Ticketoffice. Dieses wollte, dass wir für die Wasserfälle mehr bezahlen, als für unsere Übernachtung. Das sahen wir nicht ein und liefen unverrichteter Dinge, wobei so ein Spaziergang in der Mittagshitze ja auch fast ein Erlebnis ist, wieder zurück.

Blick von der Insel Sonnenaufgang von unserem Zimmer Die Fahrt zurück

Chaos in Laos

Dienstag, 24.03.2015

Nachdem wir den Mekong wieder flussabwärts bis Kratie geheizt sind, ging es, mit einer Nacht dazwischen weiter, mit Ziel Laos. Die erste Etappe ging entspannt im Gräbele des Notsitzes, also ohne Rückenlehne, ins nahe Stueng Traeng. Nah ist es eigentlich schon, würde nicht zufälligerweise in diesen Tagen der komplette Streckenabschnitt generalüberholt, und so ging die Fahrt über Stock und Stein, jeden Graben speicherte der Rücken, und als man dann ankam, wollte man nur noch entspannen. Das ging auch, denn der Fahrer machte uns deutlich, wir sollten einfach auf den nächsten Bus nach Laos warten. Dieses Warten zog sich dann aber doch über drei bis vier Stunden, bis uns endlich ein Busfahrer mit dem Ruf „Who wants to go to Laos?“ erlöste. In den großen Reisebus stiegen schlussendlich neun Passagiere, weniger als zuvor im Minivan. Von diesen neun Passagieren waren acht aus Europa und einer aus Japan. Eigentlich hätten hier schon die Alarmglocken schrillen sollen, wenn kein „Local“ an Bord ist, verheißt das eigentlich nie Gutes. Aber wir waren endlich wieder auf der Straße, wer beschwert sich da schon? 

An der Grenze angekommen, empfing uns ein junger Mann, der uns in perfektem Englisch erklärte, was zu tun ist, wo man sein Visum beantragen kann, usw. Eine Schweizerin und ich wurden sofort stutzig, vor allem als sie fragte, wo denn der „Immigration Point“ ist und er meinte, der kommt erst nach der Grenze. Damit entlarvte er sich als Schlepper, der unwissenden Touris überteuerte oder gefälschte Visa verkaufen will. Mit diesem Wissen mobilisierten wir die Gruppe und geschlossen gingen wir zum Check-Out aus Kambodscha. Dieser korrupte Check-Out wollte mit uns aber sein Geld verdienen, 2$ dafür, dass er den Ausreisestempel anbringt, wir konnten ihn jedoch auf den durchaus üblichen Dollar runterhandeln. Nun ging es weiter gen Laos, oder besser Richtung nächster korrumpierten Beamtenschaft, welche sich dieses Mal nicht runterhandeln lies. Dafür ging die Grenzkontrolle dann auch relativ einfach, was uns aber nicht viel brachte. Denn nachdem alle ihr Visum hatten und wir los wollten, kam einfach kein Bus, um uns mit zu nehmen, und das, obwohl wir eigentlich bis zu den viertausend Inseln gefahren werden sollten. Also warteten wir und versuchten, irgendwie Kontakt mit der Busgesellschaft aufzunehmen, aber die netten Beamten, denen wir schon einen Haufen Geld zugesteckt haben, wollten uns zum Dank nicht einmal ihr Telefon zur Verfügung stellen. Irgendwann konnte dann ein Franzose unserer Gruppe einem Tourist, der offensichtlich eine bessere Busgesellschaft gewählt hat, sein Telefon abschwätzen und so kam nach einiger Zeit ein Minivan, um uns abzuholen. Da 9 Backpacker in einem Minivan mit 9 Sitzen schon eine Herausforderung sind, waren 9 Backpacks einfach zu viel und so wurden diese einfach auf das Dach gebunden, manche recht professionell, manche kamen kaum in Kontakt mit dem Seil, das sie befestigen sollte. Der Fahrer sprach bei der ganzen Aktion kein Wort, auch auf Fragen reagierte er überhaupt nicht. Also beschlossen einige, dass der Fahrer wohl kein Englisch spricht und kamen auf die glorreiche Idee, über ihn zu lästern, er sähe so wütend aus und was er denn für eine seltsame Brille hat. Das resultierte in einem tatsächlich wütenden Fahrer, der mitten in der Pampa anhielt, ausstieg, die hintere Tür aufriss und in sehr gutem Englisch meinte „Who says I’m angry?“. Wir mussten unsere ganze Überzeugungskraft einsetzen, dass er uns nicht einfach im Nichts aussetzt. Das hat dann doch funktioniert und wir kamen, einige Stunden zu spät, auf der Insel an.

Tourism Guidance

Montag, 23.03.2015

Nachtrag: Video vom Klong Boat in Bangkok

Nachdem wir die erste Strecke spontan mit dem Flugzeug zurückgelegt haben, ging es dieses Mal dann doch ans Bus fahren. Die Strecke von Siem Reap nach Kratie, unserem nächsten Stop, sollte ein großer Bus eigentlich in maximal 5h schaffen, unserer brauchte aber, dank zahlreicher Umwege und Zwischenstopps, geschlagene 10h. In so einer langen Zeit kommt man dann doch mit den anderen Touris ins Gespräch und so lernten wir zwei Lehrerinnen kennen, eine aus der Schweiz und die andere aus Südafrika. Letztere unterrichtet seit drei Jahren Englisch in Kambodscha und war auf dem Weg ins weite Laos, da sie dort weiter unterrichten wollte. Ihr einziges Problem war dabei nur, dass sie dem allgemeinen Trend in Kambodscha gefolgt ist und ihr Smartphone verloren hat. Dadurch konnte sie in Kratie nur schwer ein Hostel finden. Wir halfen ihr bei der Suche und als Dank lud sie uns nach Cape-Town ein. Die nächste Reise ist damit offiziell geplant! Nach dieser Strapaze endlich im Hostel angekommen, wartete die nächste Überraschung auf uns: das Hostel ist ein Tourism Training Center, hier werden benachteiligte Jugendliche aus ganz Kambodscha in die Tourismusbranche eingelernt! So kam es schon mal vor, dass beim Abendessen 4 Angestellte das Essen aufnahmen, 3 Trainees und ein Ausbilder. Am ersten Tag in Kratie hatten wir überhaupt nichts zu tun, also schlenderten wir durch die Stadt, ich auf der Suche nach einem Frisör und wir allgemein auf der stetigen Suche nach einem Ort, der unsere Dollar in Kip tauscht. Diesen „Ort“ scheint es jedoch in Kambodscha einfach nicht zu geben, weder Banken noch dubiose Goldschmiede wollten Kip tauschen. Ziemlich seltsam in einer Stadt, die ihr Hauptgeschäft mit Touris macht, die nach Laos gehen oder von Laos kommen. Ich jedoch wurde mit meinem Wunsch nach einer luftigeren Frisur fündig: ein ziemlich heruntergekommener Friseursalon wollte mich, nachdem etliche davor den Dienst verweigert haben, bestimmt haben die Angst davor, dass europäische Haare irgendwie anders sind, tatsächlich als Kunde! Nachdem kurz gezeigt wurde, wie viel weg sollte, ich habe mir gar nicht erst die Mühe gemacht, eine Wunschfrisur zu definieren, ging es auch schon los. Wie zum äußeren Eindruck des Friseurs passend, wurde ich mit einem Kamm frisiert, der bis auf den Handgriff schwarz vor Dreck war, sehr lecker! Nach dieser dann doch sehr peniblen Behandlung, der „Meister“ ließ sich gut und gerne 20min Zeit, ging es dann auch für mich wieder heim und zum ausgezeichneten Essen. Dies genießt man mit Blick auf eine lebende Wand: wie zur Dekoration laufen Geckos über Geckos die Wände des Hostels auf und ab und essen dabei praktischerweise gleich die ganzen Mosiktos! Am nächsten Tag ging es ziemlich früh los auf dringliche Mission: die kurz vor dem Aussterben stehenden Irrawaddy Delfine anschauen, Süßwasserdelfine, die sich hier im Mekong tümmeln. Dazu wurden wir in einer kleinen Nussschale auf den Mekong geschippert, der Motor wurde ausgemacht und man wartete. Und tatsächlich, um uns rum tauchten regelmäßig um die 15 Delfine auf! Diese Tiere waren fast so atemberaubend wie die Pandas in Chengdu, echt wunderschön! Da das Spektakel aber nicht so lang dauert und wir um 10 schon wieder im Hostel waren, musste noch ein Programmpunkt her und der hieß: Moped fahren! Also haben wir ganz spontan ein Moped gemietet und schon ging die wilde Fahrt los: bei 40km/h und noch lang nicht am Geschwindigkeitslimit düsten wir über Schotter und durch kleine Dörfer, immer den Mekong hoch. Der Verkehr war überraschend einfach zu bewältigen, mit einem kleinen Trick: man fährt einfach schneller wie die LKWs, so werden diese nicht „gezwungen“ einen haarscharf in einem halsbrecherischen Manöver zu überholen. Das man nicht aus Kambodscha kam, fiel irgendwie trotz, oder vielleicht genau wegen, dem Motorradhelm auf, denn die Kinder an der Straßenseite riefen einem jedes Mal ein lautes „Hello!“ zu und freuten sich dabei riesig. Allgemein scheinen die Kinder sich an der Anwesenheit von Ausländern zu erfreuen, so spielten einige Schulkinder als wir eine Pause machten das Spiel „Wer traut sich, am Ausländer vorbei zu rennen?“. 

Ein Delfin Man könte fast meinen, hier war Action Auf unserer Moped Tour schier unendliche Stufen! ... Der Buddha blickt in die Ferne

Tucking the Wats

Freitag, 20.03.2015

Nachdem Air Asia uns sicher und komfortabel in Kambodscha ankommen ließ, wollten wir eigentlich nur noch über die Grenze und heim. Dies stellte sich aber als gar nicht so leichtes Unterfangen heraus, da wir noch vor dem Terminal angehalten und zum Ausfüllen eines „Health Check“ Fragebogens aufgefordert wurden. Dieser war im Endeffekt länger als unsere kompletten Einreiseunterlagen, welche man ja schon im Flugzeug ausfüllen kann und so kam es, dass ein komplettes Flugzeug um 2 Tische gekauert stand, und diesen Zettel ausfüllte. Nach dieser eher unnötigen Kontrolle, der Zettel wurde nicht mal angeschaut, wurden wir vom Fahrer unseres Hostels im kambodschanischen Stil heimgefahren, also im Tuk-Tuk. Dieses Hostel entpuppte sich als wahrer Traum! Es gab einen Pool, den man bei über 35°C auch bitter nötig hat, einen kinderreichen Besitzer, dessen Sprösslinge auch mal vor der Schule um 6Uhr morgens den Pool schrubbten und ganz wichtig: wenigstens einen Ventilator im Zimmer, der jedem den halben Rücken im Ansatz gekühlt hat. In diesem Traum angekommen machten wir uns am ersten Tag auf in Richtung Stadt. Wie? Mit Fahrrädern! Man könnte meinen, dass dies ziemlich gewagt ist in solch einem Land, aber wenn man einfach fährt, niemals anhält und am besten nicht nach hinten schaut, bekommt man von dieser Gefahr wenigstens nichts mit. Die Stadt an sich hat eigentlich nicht viel zu bieten, ist sie doch aus dem einzigen Grund gebaut worden, Touristen eine Bleibe zu bieten, in der sie sich vor und nach ihrem Trip nach Angkor erholen können. So haben wir einen der Touri-Tempel angeschaut und wollten eigentlich schon wieder heim, da entdeckte ich einen Barbier. Man könnte ja schon davon ausgehen, dass in einer Touristenhochburg wie Siem Reap die Shops an Ausländer gewöhnt sind, aber hier ziehen sich die Parallelen zu China: Kaum saß ich, stürmte so ziemlich das ganze Personal zu mir, machte Fotos, … Hier ist nicht der Kunde der König, sondern die Sehenswürdigkeit.

Für die nächsten zwei Tage, die auch die heißesten Tage unseres Lebens wurden, sollte es in den Angkor Komplex gehen. Dazu mieteten wir, ganz im Sinne der Khmer, ein Tuk-Tuk von unserem Hostel, gefahren von einem der vermeintlichen Sprösslinge. Am ersten Tag machten wir uns schon um 5Uhr auf, denn wir hatten Großes vor: den Sonnenaufgang bei Angkor Wat anschauen. Dieses Event hatte etwas Mystisches: Man wird von seinem Fahrer irgendwo im nirgendwo im stockdunkeln herausgelassen und läuft, gemeinsam mit einem kleinen Pulk durch uralte Tempelanlagen, bis sich plötzlich alle auf eine Mauer setzen. Den Grund des Setzens sieht man noch nicht, da es hier, mitten im Dschungel, komplett finster ist. Als es nach und nach immer heller wurde, erkannte man dann vor einem thronend, Angkor Wat! Als dann die Sonne aufgegangen war, ging es erst richtig los. Massen von Touristen wurden zu dieser Hauptsehenswürdigkeit gekarrt und noch viel größere Massen kamen uns entgegen, als wir alles angeschaut und schon wieder bei unserem Tuk-Tuk waren, bereit, weit vor allen anderen zum nächsten Tempel der riesigen Anlage gefahren zu werden. Diese Tuk-Tuk Fahrten waren immer eine willkommene Abwechslung, denn, ob man es glaubt oder nicht, föhnte einen der Fahrtwind immer bis zum nächsten Tempel wieder einigermaßen trocken und frisch. Bestimmt hatte der König damals nach diesem Kriterium seine Anlagen in genau diesem Abstand bauen lassen. Die inneren Tempel unterschieden sich kaum, waren sie doch alle in einem Zeitraum von 100 Jahren gebaut und auch überall spielten ähnlich junge Kinder dieselbe Musik, was hier trauriger weise lukrativer erscheint, wie sein Kind zur Schule zu schicken. Nach solch einem Tag musste es dann erst mal an den Pool gehen, und ein leckeres Essen, die Khmer kochen sehr würzig aber überhaupt nicht scharf, konnte man natürlich auch nicht ausschlagen. Am zweiten Tag konnte man dann endlich mal wieder ausschlafen, denn wir fuhren erst um 7 Uhr los. Vorbei ging es dieses Mal an Angkor Wat und dem Inner Circuit und hin zu der äußeren Anlage. Diese bestand aus vielen einzelnen Tempeln, deren vielen Stufen man natürlich immer wieder aufs Neue erklimmen musste, und das bei fast 40°C! Wirklich interessant waren hier jedoch auch die chinesischen Tourgruppen. Diese hatten wir am ersten Tag kaum zu Gesicht bekommen, da wir ja schon zum Sonnenaufgang da waren, aber am zweiten Tag wimmelte es nur so von ihnen. Und diese wurden doch tatsächlich in großen Reisebussen angekarrt, die einzigen, die nicht mit den Tuk-Tuks da waren, und ließen sich in der prallen Sonne in Anzugshose und langärmligem Shirt von ihrem Guide jedes Detail der Tempelanlage erklären. Und natürlich musste jeder Mal mit jedem vor jedem Tempel fotografiert werden. Als wir den äußeren Ring auch durch hatten, ging es mit unserem Tuk-Tuk zu etwas recht besonderem. 29km nördlich von Angkor Wat liegt eine Tempelanlage, die nochmal 100 Jahre älter ist, als die ältesten Tempel der Angkor Gruppe, genauso alt wie die Kukulcán Pyramide. Dieser alte Tempel hatte eine aufwendige Verzierung an den Außenwänden, die einfach atemberaubend war. Ich denke, die Bilder werden da genug sagen.

Wieder daheim trafen wir abends eine relativ alte Frau aus Massachusetts, welche sich einfach so ganz allein in einen Flieger nach Hanoi gesetzt hat und jetzt ein bisschen durch Südostasien reist. Das dies funktioniert ist echt erstaunlich, kennt man sich doch eigentlich als Ü60 nicht so wirklich gut in Südostasien und vor allem in Hostels dort aus. 

Unser Fahrer Angkor Wat Angkor Wat ... Einer der Türme Die Sonne Einige Störenfriede Eine der Wasserstraßen, für die Steine Der Beschützer der Wats Aufwendige Wandverzierung Unserer Fahrer, im Pulli bei 40° Ein Tempel Schon über 2000 Jahre alt ... und hält nicht mal das Lot Auch Pflanzen finden sich hier Sogar Blüten Ein Tempel #2 Und sogar Tiere finden sich hier

Orangensaftüberschuss

Mittwoch, 18.03.2015

Zum dritten Mal war es jetzt wieder so weit: es geht nach Asien! Dieses Jahr gibt es jedoch eine kleine Veränderung zu den Jahren zuvor: nachdem wir China mittlerweile gründlich erkundet haben, mal frierend, mal schwitzend, gönnen wir uns dieses Jahr etwas, das mehr einem Dampfbad in der deutschen Therme gleicht, als einem wirklichen Reiseziel: Thailand, Kambodscha und Laos stehen dieses Jahr auf dem Programm. Nach einem recht angenehmen Flug mit Vietnam Airlines, bei dem ich wie immer Unmengen an Orangensaft getrunken habe, sodass die Stewardess mir zum Frühstück eigenständig welchen einschenkte, begaben wir uns in Bangkoks Nahverkerssystem. Besser gesagt: In den Kampf mit Bangkoks Nahverkehrssystem. Denn anders als in chinesischen Städten, in denen man auf Busse setzt, hat man hier sofort das Problem Stau erkannt und setzt auf Boote. Die einzige Chance zu unserem Hotel zu kommen, bestand also aus einer halbstündigen Fahrt in einer Nussschale zusammen mit bis zu 100 anderen Mitfahrern, die in rasantem Tempo über die übelriechende Kloake Bangkoks geschifft wurden. Der Ein- und Ausstieg war dabei jedoch das größte Problem: Da das Boot so schnell wie möglich sein sollte, wird auf ein kompliziertes Anlegeverfahren verzichtet, man fährt einfach nur an das Pier und die Fahrgäste müssen über den mal großen und mal kleinen Spalt zwischen Boot und rettendem Ufer irgendwie selbst gelangen. Doch dafür kommt man für unter 1,50€ einmal Quer durch Bangkok, und das ohne Stau (eigentlich schade, die Hauptattraktion der Stadt zu umgehen). Blieb nur noch die Frage, was man am ersten Nachmittag in einer Stadt wie dieser machen soll. Die Antwort auf diese vermeintlich schwere Frage fiel mir relativ einfach: Man macht sich einen maßgeschneiderten Anzug! Denn diese sind in Bangkok billig wie schön. Da ich mich schon im Vorfeld erkundigt habe, welcher Schneider es werden soll, ging es direkt zu ihm und die Fragerei sollte losgehen. Was soll es für ein Stoff sein? Und für die Hose? Soll es noch ein Hemd sein? Oder zwei? Nachdem diese Fragen alle beantwortet wurden, ging's zum Messen und bestellt war der Anzug! Also nichts wie heim, was mit dem vorletzten Boot grade noch so gut ging, und ab ins Bett. Kaum brach der nächste Tag an stellte sich schon die wichtigste Frage des ganzen Tages: Was sollen wir Frühstücken? Nachdem wir in China ja unangenehme Erfahrungen mit der morgendlichen Nudelsuppe gemacht haben, gingen wir hier in Bangkok direkt auf Nummer sicher und gönnten uns Köstlichkeiten aus dem nächsten 7-Eleven. Man könnte meinen, Supermärkte seien in Bangkok eine Rarität, wie z.B. in Beijing, aber nein, alleine auf unserem kurzen Fußweg zum Steg passierten wir jeden Morgen ganze drei 7-Eleven! Gestärkt ging es dann sofort auf den kühlenden Trip mit dem Boot und weiter mit einem Bus in Richtung Floating Market. Der Floating Market besteht aus vielen kleinen Booten, die, in der Brache schwimmend, Essen zubereiten und verkaufen. Hier gibt es jede erdenkliche Köstlichkeit des Fernen Ostens: Vom Mini-Pancake mit gemahlenen Shrimps über frittierte Maden bis hin zu diversen gekochten Chillis kann man sich hier alles antun. Jedoch wurde es, gerade zwischen den Booten, ziemlich heiß, sodass wir uns recht schnell wieder in den klimatisierten Bus gerettet haben. Mit dem ging es los zu den Tempeln. Und wenn Bangkok eines im Überfluss hat, dann sind das diese netten, riesigen Tempelanlagen, die auch noch so anders sind, wie die uns bekannten chinesischen. Um dem Buddha, der hier die zentrale Rolle spielt, genügend Respekt zu erweisen, muss man einige Dinge beachten. Man könnte ja meinen, Religionen wären ansatzweise dem Klima der Region angepasst. Aber nein, selbst hier und bei schwülen 35-38°C muss man in langer Hose den Tempel betreten. Am dritten Tag konnte dann aber die kurze Hose ausgepackt werden, denn es ging in die Innenstadt! Diese ist aufgeteilt in ein Business-Viertel, welches direkt in die Nacht- bzw. Nacktszene angrenzt. Es ist schon leicht befremdlich, mit Spiegelreflex bewaffnet zur nächsten Sehenswürdigkeit zu laufen, während unmittelbar neben einem ältere Herren in Häusern verschwinden, die mit „Sexy Boys“ oder „Best Boys in Bangkok“ werben. Während wir durch eine dieser Gassen, im Gespräch vertieft, schlenderten, pirschte sich ein Thai von der Seite an uns heran und begrüßte uns mit (Zitat): „Hobt se scho alles?“. So kam es also, dass wir einen in Linz geborenen Thai trafen, der mittlerweile als Schlepper für ein Touristenbüro in Bangkok arbeitet. Irgendwie ein downgrade. Wieder daheim und endlich im Bett diskutierten wir, wie wir den nächsten Tag am besten überstehen können. Es sollte nämlich um 4Uhr morgens mit dem Taxi zum Zug und mit diesem zur Grenze gehen. Da kam mir die Idee: „Hey, wir könnten doch mal schauen, ob es noch spontan billige Flüge gibt!“. 18h später war dann auch schon das Boarding und wir flogen nach Siem Reap.

Der floating Market Einer der größten Tempel Bangkoks Der Tempel biegt sich unter seinem Gewicht Blick auf dem Fenster einer Stupa ... Auch in Thailand wird mit viel Liebe zum Detail verziert Im Kontrast ein chinesischer Tempel Unser geliebtes Klong Boat Huch, ein Roboter! Selbst in Bangkoks Innenstadt leben ca. 1,5m große Leguane

Unter Palmen bei Joe

Dienstag, 01.04.2014

Ja tatsächlich, der Punkt auf der Karte zeigt wirklich auf Sanya, dieses Mal haben wir den Blogeintrag geschafft! Nach einem sehr interessanten Flug, der erste Stopover Flug von uns beiden (Stopover bei Jiuzhaigou), kam schon am Flughafen dieses sehr typische Gefühl, gegen eine Hitzewand zu laufen. Hatte es im restlichen Reich der Mitte noch 10-20°C hat man hier sogar im März tropisch-schwüle 30°+. Deswegen sind hier die Erkennungszeichen der Busse auch nicht wirklich die Nummern sondern man fährt vielmehr mit denen, die eine Schneeflocke auf der Anzeige prangen haben. So fuhren wir Richtung Hostel, viel mehr Richtung Meer, denn Joe, unser Mann des Vertrauens, hat sein Inn ca. 50m vom Meer gebaut. Kaum angekommen wurden wir von ihm überrascht, er erinnert sich noch an uns! Nach einer langen Unterhaltung erfuhren wir, dass die meisten Urlauber jetzt vor der gewaltigen Hitze fliehen und ab April die Nebensaison beginnt. Was eigentlich ein Nachteil ist, sollte für uns ein Vorteil sein, denn im Gegensatz zu den Chinesen finden wir überfüllte Strände alles andere als toll. Denn Joe erzählte uns, dass Chinesen Attraktionen lieben, und deswegen lieber an total überfüllte Strände gehen als an menschenleere. Nach einer ersten viel zu heißen Nacht folgte der fast schon normale Schock: kein Strom! Und das natürlich am einzigen Tag der letzten zwei Wochen, an dem wir waschen können. Doch uns traf es nicht am härtesten, denn viele in Sanya leben von ihren Fischrestaurants, wo die exotischsten Fische, zum Beispiel Kugelfisch, bis zur Bestellung in ihrem Becken schwimmen. Und ohne Strom leben die Fische in den kleinen Behältern nicht lange. Deswegen roch die Luft den ganzen Tag nach dem Diesel der Generatoren. Wir ließen jedoch unser Stromproblem zurück, die nächsten Tage werden sowieso in Badehose verbracht, und machten uns auf in Richtung Dadonghai, unser Lieblingsstrand des letzten Jahres. Dank vor Ort gekauftem Schwimmreifen konnten wir die wenigen Chinesen, die nicht am Strand standen und Angst vorm Wasser hatten, perfekt imitieren und gegen die Wellen ankämpfen.

Zwei Tage später, zwischendurch war nur Strand, waren die Wellen exorbitant hoch, also gingen wir nochmal nach Dadonghai zum Wellenreiten und dieses Mal war es verrückt: die ein oder andere Welle hob einen gute 1,5 Meter hoch oder begrub einen unter ihrem brechenden Kamm. Ein Traum!

Blick 5 Meter vom Hostel Menschenleerer Strand Gelbe Wassermelone Rote Drachenfrucht, eigentlich sind die weiß Die Wellen

Suite zum Nulltarif

Freitag, 28.03.2014

14,5 Stunden. Selbst in Deutschland in der 2. Klasse eines gemütlichen Regios wäre das eine Tortur. In einem Hard Seat eingequetscht, hier passt der Begriff Holzklasse wirklich, ist es die Hölle. Nach spätestens sieben Stunden weiß man nicht mehr, wie man sitzen soll und eine Stunde später fangen die Rückenschmerzen an. Dann, wenn man schon gar nicht mehr weiß, was man tun soll, realisiert man, dass man erst die Hälfte hinter sich hat. Doch mit Ach und Krach erreichten wir am Ende völlig fertig Lanzhou und sollten für die Zugfahrt entlohnt werden: Unser billiges Hotel, Lanzhou ist keine Touristenstadt, sondern Industriestandort, weshalb Hostels ausschieden, entpuppte sich als Luxushotel, mit tollem Bad, Wasser, ja, Wasser ist etwas Besonderes, und einem schönen weichen Bett. So gönnten wir uns eine kurze Nacht, um am einzigen Nachteil eines chinesischen Hotels zu stehen, dem Inklusivfrühstück, die chinesische Variante. Während ich ja mit Pancakes und Kaffee völlig zufrieden wäre, begnügen sich die Chinesen mit gedünstetem Kohl, Nudelsuppe und Reis mit Shrimps. Zu Trinken war mir nicht mal ein Kaffee gegönnt, nein, es gab leckere Reissuppe.

Nach diesem wundervollen Mahl ging es sofort weiter zum Nächsten wirklichen Stop, Xining. Eine kleine Provinzhauptstadt der wahrscheinlich unbekanntesten chinesischen Provinz Qinghai, Hochburg des chinesischen Islams und Ausbildungsstätte der letzten Dalai Lamas. Also praktisch das Jerusalem des fernen Osten, wobei es hier unglaublich friedlich zugeht. Nach einer wirklich kurzen Zugfahrt, nach der letzten kommen einem zwei Stunden vor wie einige Minuten, erreichten wir diese eigentlich unglaublich friedliche Stadt und wurden von zwei schwer bewaffneten Militärgruppen begrüßt, die den Bahnhof vom Verkehr abschotteten. Warum auch immer. Nach dem letzten Hostel-Flop in Dunhuang war die Spannung natürlich unglaublich groß, ob dieses Hostel existiert, und das tat es. Die Location ist zwar unüblich gewählt, der Hostelbesitzer hat einfach alle freien Wohnungen in einem Wohnhochhaus gemietet, verteilt über alle Stockwerke, und das als Hostel deklariert. Als Zeichen des guten Willens wurde unser Zimmer ohne unseren Einfluss einfach vom Doppelbett zur Suite geupgradet und so konnten wir, zwar am ersten Abend ohne Strom, Wasser und Internet, den Blick von der Couch über Xining gleiten lassen. Nachdem ich schon seit ein paar Tagen stark kränkelte, kein Wunder, die Chinesen husten und rotzen ja fast permanent durch die Gegend, steckte sich auch Alex damit an, und da man mit Fieber nicht unbedingt fit für Touren in die Berge ist, wir waren ja ohnehin schon auf ca. 3000m Höhe, deklarierten wir den ersten Tag zum Heiltag und legten uns nach einem kurzen Stop beim nächsten Bäcker, den es erst einmal zu finden galt, und einem Besuch in der größten Moschee Chinas sofort wieder ins Bett. Den Weg zum Bett bescherte uns die billigste Taxifahrt unseres Lebens: nachdem wir uns zum ersten Mal wirklich etwas verfahren haben, dumme Ringbusse, fuhren wir die letzten paar Kilometer für unter einen Euro! Ja, Dienstleistungen sind in China nicht wirklich die teuersten Angelegenheiten. Am nächsten Tag stand das Komplementärziel auf dem Reiseplan: der Ausbildungstempel der Dalai Lama. Diesen erreicht man nur über einen einzigen Bus, einen 16-Sitzer. Schon beim Einstieg verloren wir jedes Vertrauen in die Linie, denn durch die Frontscheibe zogen sich einige Risse. Naja, sowas schockt einen China-Backpacker ja nicht mehr wirklich und so ließen wir die Busfahrt einfach Busfahrt sein. Schon einige Minuten nach der Abfahrt zeigte sich der Grund der Risse auf sehr anschauliche Weise: Schlaglöcher. Sehr viele Schlaglöcher. Und bei jedem konnte man dieses ungesunde Geräusch vernehmen, wie Metall auf Metall und Metall auf Plexiglas schlägt. Hier sei angefügt, dass es eine ernsthafte Überlegung sein sollte, sich ein chinesisches Auto anzuschaffen. Dass diese Autos locker 100.000km auf solchen Straßen fahren spricht ja eigentlich für sich. Endlich am Tempel angekommen kam erst einmal die Verwirrung: ein Sight ohne Ticketoffice. Naja, so ist China halt, also einfach mal reinmarschiert. Dieser Tempelkomplex war wirklich ganz anders als alle anderen vor ihm. Während überall reich verzierte Tempel und Schreine standen, war hier alles schlicht gehalten. Die Anlage war vielmehr eine Menge aus Versammlungsräumen für die Mönche, welche sich hier auch fleißig umhertrieben.

Nach einer weiteren wilden Fahrt kamen wir wieder in unserem Viertel an und wie eigentlich immer hatte ich Hunger. Naja, nachdem die letzten Tage jetzt nicht wirklich kulinarisch wertvoll waren (Nudelsuppe, Brot) musste dieses Mal etwas anderes her, und als wir schon am Hostel waren viel uns direkt gegenüber ein verwahrlostes Burgerrestaurant auf, welches sich als wirklich gut herausstellte. Nachdem die Standards bei der großen Konkurrenz nicht sehr hoch sind, setzte man hier auf regionale Spezialitäten und zwar frisch gekocht! Gestärkt von diesem Mahl wurde ich mutig: ein neuer Haarschnitt im benachbarten Frisör musste her! Ich war ja letztes Jahr schon zwei Mal beim chinesischen Frisör, jedes Mal war es zu meiner Zufriedenheit, doch in Xining sollte das anders sein. Um euch zu verschonen, verzichte ich auf ein Nachher-Bild.

Blick aus unserer Suite Von der Suite Gebetszylinder Eine wilde weiße Taube

Die Stadt, in der der Trip seltsam wurde

Sonntag, 23.03.2014

Nach Chengdu, einer Stadt, die ich schon gesehen habe und die ohnehin recht westlich ist, machten wir uns auf in eine völlig neue Welt: die Wüste Gobi. Also mal wieder in den Flieger, im Gegensatz zu früher, wo fliegen ein Highlight war, ist es mittlerweile irgendwie zu einer Art Rouine mutiert und ab nach Dunhuang, einer muslimisch geprägten Stadt in der Wüste. In Shangri-La deklarierten wir den Flughafen noch als klein, weil unser Flugzeug einfach auf der Startbahn drehte und zu einer der fünf Gates fuhr. Dunhuang dagegen ist noch bedeutend kleiner. Hier hat es keine Gates. Alles was es gab war ein kleines Feld vor dem Flughafen, wo unser Flugzeug als einziges parkte und ein Wagen mit Treppe. Also konnte man einen schönen Spaziergang auf dem Rollfeld zurücklegen zum Ein- und Ausgang. Der „Shuttle-Bus“ vom Flughafen war natürlich der Größe des Flughafens angepasst und so fuhren wir im Minivan Richtung Innenstadt, wo uns ein netter Chinese von unserem Flug die Richtung zu unserem Hostel zeigte. Dort angekommen kam dann der Schock: Vom Hostel war nicht viel mehr übrig als die Fassade, im Inneren türmte sich der Bauschutt. Leider waren wir in einer chinesischen Touristadt, also waren die gut ausgeschilderten Hotels nicht zu bezahlen. Ich wusste noch von einem einzigen Hostel, das zum gleichen Besitzer gehört, dem scheinbar sowieso die halbe Stadt gehört, überall tauchte sein Name auf, aber das war eine gute Stunde zu Fuß außerhalb. Aber wir erinnerten uns, dass der nette Chinese einer anderen internationalen Backpackerin den Weg zu ihrem Hostel gezeigt hat. Also nochmal zurück zum Ausgangspunkt und in die Richtung gelaufen, in die die Beiden davongezogen sind. Vielleicht hatte Alex doch Recht als sie meinte, wir sollten drei 1,5l Flaschen Wasser mitnehmen, falls wir verloren durch die Wüste reiten müssen? Nach einiger Zeit erreichten wir das Silk Road Hotel, welches früher wohl das Drehkreuz von Dunhuang war, momentan aber komplett ausgeräumt wurde. Im Innern fanden wir eine verlorene Rezeptionistin, die wir Kurzerhand um Internet anpumpten und von ihr auch ohne Probleme bekamen. Es funktionierte jedoch nicht. Und wie macht man der Guten, die kein Wort Englisch spricht, klar, dass man ein Hostel für die Nacht sucht? Da kam der Gedankenblitz: Ich hatte ja noch meine Hostelling International Card, welche ich in China erworben hatte und demnach auch die chinesischen Zeichen für HI aufgedruckt waren! Mit diesem Hilfsmittel, wusste sie was wir wollten und zeigte uns den Weg zum Hostel, welches jedoch eher Hostelling Regional als Hostelling International war, denn niemand sprach wirklich Englisch mit uns. Doch das war uns egal, wir wollten hier ja nur schlafen. Dass daraus noch viel viel mehr wird, hätte beim Einchecken noch keiner von uns gedacht. Denn schon an diesem Abend nach einem wunderbaren Abendessen in einem lokalen Restaurant (welches noch nicht zu hatte, im Gegensatz zum Café des Besitzers unseres ehemaligen Hostels, von dem wir eigentlich alle Informationen für unsere Wüstentouren beziehen wollten) welches aus lokalen, von Hand gezogenen Nudeln, Lanzhou Lamian, und diversen beigekochten Sachen bestand, trafen wir zwei namenslose Chinesinnen und einen Taiwanesen bei einem kleinen Billardspiel. Diese luden uns ein, mit ihnen am nächsten Tag eine vom Hostel organisierte Wüstentour zu machen. Die eine, eine Deutschstudentin an der Tongji Universität Shanghai, welche uns am Anfang noch sehr schüchtern in sehr brüchigem Englisch einlud, wurde zusehends mutiger und besser. So hatten wir noch ein paar Stunden nette Diskussionen und saßen am nächsten Tag voller Vorfreude im Minibus.

Während dieser typisch chinesischen Tour, also viele Sights in viel zu wenig Zeit und ein Fahrer, der eher die Reinkarnation des Todes darstellte, wenn man nach seinem Fahrstil geht, sahen wir zum einen die große Filmstätte von Dunhuang. Hier wurden die Wüsten- und Altstadtszenen aller großen China/Hongkong Produktionen gedreht, sowie einige Asienszenen aus Hollywood. Der Detailreichtum war überwältigend! In den Häusern stand Essen aus Plastik auf den Tischen, das auch zur jeweiligen Dynastie passte (zum Beispiel Bauze, gedämpfte und gefüllte Teigtaschen) und für einen Buddha wurde extra eine berühmte Künstlerin Chinas hinzugezogen, die die Buddhas aus den Mogao Grotten nachempfinden sollte. Nach diesem Stop ging es weiter in die Wüste, vorbei an karger Kieswüste auf einer unendlich langen geraden Straße. Bis wir bei Grotten gefüllt mit steinalten Buddhas hielten. Mit steinalt ist gemeint 1000+ Jahre. So alt also, dass sich an den Wandmalereien die Hautfarbe von gelb zu schwarz änderte. Dank unseren chinesischen Freunden erhielten wir auch hier nach langer Diskussion, ist immer gut, Kontakte zu haben, den chinesischen Studentenrabatt und konnten ihr staunen live miterleben. Im Gegensatz zu Deutschland staunt man hier nämlich nicht leise, nein, bei jedem Satz unseres Guides ging ein lautes „ooooh“ oder „aaaaah“ durch den Raum.

Nach  weiteren 70km, wir haben inzwischen die Straße verlassen und rasen quer durch die Wüste auf unbefestigten Pfaden erreichten wir unser Hauptziel: Das Ende der chinesischen Mauer, umringt von unzähligen interessanten Steinen mitten in der Wüste! Noch viel mehr als letztes Jahr waren wir erstaunt, wie die Chinesen solch ein Werk vollbringen konnten. Kurz vor dem Sonnenuntergang, dank Mao und dem tollen Kommunismus mit seiner 0% Arbeitslosenquote ist man ja nichtmehr wirklich motiviert, länger als nötig zu arbeiten, drehten wir um gen heim. Dort angekommen wurden wir von unseren neuen Freunden, dem ganzen Minivan, selbstverständlich zu diversen Tätigkeiten am nächsten Tag eingeladen. Doch wir hatten größeres vor. Und zwar brauchten wir ja leider noch Zugtickets für eine kleine 14-stündige Überfahrt nach Lanzhou. Nach dieser Shoppingtour, für die 1133km zahlt man hier übrigens nur 17€, machten wir uns auf zur Hauptattraktion, den Echoing Sand Mountains. Diese sind riesige Dünen, bestimmt 50 Meter hoch, in deren Mitte eine kleine Oase mit Tempel liegt. Nie hätte ich es für möglich gehalten, dass der Aufstieg so unglaublich anstrengend werden kann. Denn auf solch eine Oase bekommt man den besten Blick natürlich von ganz oben. Und wenn man bei jedem Schritt aufgrund der extremen Steigung immer fast schrittweit zurückgeworfen wird, ist dieser Blick nur mit großer Anstrengung zu erreichen. Gelohnt hat sich der Aufstieg mindestens für den Abstieg! Denn bei Dünen, vor allem diesen mit über 100% Gefälle, hebt man, wenn man rennt, immer für längere Zeit vollständig vom Boden ab. Das Gefühl dabei lässt sich am besten durch Fliegen beschreiben!

Die Bautse So wollten es die Chinesen haben, das Bild Wüste Wir vor der WüsteDie Reste der MauerInfinityDer verpasste SonnenuntergangDie Oase in der SandwüsteVon obenWilde EselMan versucht sich an der ChinesenhockeJa, das war wirklich so steil!Der Kamm einer Düne

Frittierte Maden!

Donnerstag, 20.03.2014

Nach Shangri-La sollte der nächste wirkliche Stopp Chengdu sein, welcher aber als Zwischenstopp Lijiang forderte, also machten wir uns nach dem Kloster auf nach Lijiang. Wieder mit dem Bus. Wieder dauerhaft Musik. Nach dieser vierstündigen Nervenprobe endlich angekommen verliefen wir uns natürlich prompt in der Altstadt. Ich bin zwar schon mal dagewesen, aber in diesem Viertel mit schmalen Wegen sieht einfach alles gleich aus. Und zu allem Übel wussten wir nur den Straßennamen, nicht aber die Hausnummer. Blöd, wenn die Straße, oder besser der Weg, die Altstadt ist komplett autofrei, mindestens 150 Hausnummern hat und man keine Ahnung hat, wo sich in etwa das Hostel befindet. Also mit 20kg auf dem Rücken bei 20°C ne kleine Wanderung unternommen und nach einer halben Stunde standen wir dann unvermittelt vor dem Hostel. Erste Veränderung zum letzten Jahr: der wunderbar englisch sprechende Joy, welcher letztes Jahr noch allein das Micro-Hostel gemanaged hatte, war nicht da und ist auch den kompletten Aufenthalt nicht mehr aufgetaucht.

Nach der ersten Nacht, mit wirklich allen Annehmlichkeiten, welche in Deutschland ganz normal wären, wie z.B.: fließend warmes Wasser, eine Tür, welche das Bad vom Zimmer trennt, Strom, ein warmes Zimmer, Wände, die dicker sind als Papyrus, konnten wir uns entspannt in die Altstadt begeben. Nachdem wir den ganzen Tag wirklich nur geschlendert sind, hier zwei kurze Anekdoten aus diesem Tag:

  1.        Setze dich niemals im Restaurant an die Veranda zur Straßenseite, es sei denn, du stehst auf Blitzlichtgewitter
  2.        Denke nicht, frittierte Maden schmecken nach Chips, sie haben nur die Konsistenz, schmecken tun sie wirklich nach Maden (und das ziemlich lange)

Lecker lecker Maden

Nach diesen Erfahrungen und einer kleinen Überraschung, Alex fliegt zu ihrem Geburtstag nach Chengdu zu den Pandas, ging es direkt los zum Airport.

Angekommen in Chengdu in einem der besten Hostels Asiens erwartete uns gleich ein allbekannter Schock: aufgrund von Bauarbeiten gibt es kein fließend Wasser am nächsten Tag. So schnell werden Sehnsüchte nach einer Waschmaschine unerreichbar. Naja, durch solche Kleinigkeiten lässt man sich im allgemein sehr geruchsintensiven China nicht den Trip versauen und so gingen wir, mit dem köstlichen Frühstück im Hinterkopf, ins Bett.

Was natürlich keiner von uns bedacht hatte, war die Tatsache, dass die Frühstückszubereitung auch des Wassers bedarf. Also keine Pancakes zum Frühstück, doch was dann? Schlussendlich fiel die Wahl auf Alex‘ Lieblingsfastfoodrestaurant namens Subway. Nach diesem authentisch-chinesischen Frühstück ging es auf zu den Pandas. Und da man diese friedlichen Tiere unmöglich in Worte fassen kann, lasse ich da wieder Bilder sprechen!

Nach diesem wunderschönen Ausflug kam die wichtigste Frage eines jeden Tags in China: Was soll es zum Abendessen geben? Wir ließen uns, um Alex‘ Geburtstag gebührend ausklingen zu lassen, einen guten Italiener empfehlen, weshalb wir schließlich im Casa Miya, ja, Chinesen nehmen es mit dem italienisch nicht so genau, landeten. Nach diesem vollkommen perfekten Tag, vom unspülbaren Klo im Hostel abgesehen, kam noch der perfekte Abschluss: Wieder meines Erwartens, Alex war da optimistischer, lief das Wasser nach 21Uhr wieder und so konnten wir dann doch noch in einer Nacht und Nebel Aktion für frische Wäsche sorgen!

Der nächste und auch schon wieder letzte Tag in Chengdu sollte ein ganz gemütlicher werden, also erst einmal ein gutes Frühstück im Hostel eingenommen, Wasser lief ja wieder, und dort den Morgen vorbeiziehen lassen. Zum Mittagessen hatte ich ein lang angekündigtes Attentat auf Alex vor: eines der heruntergekommensten Restaurants, in denen ich in 4 Monaten China je gegessen habe. Dafür aber das Restaurant mit einen der besten Taiyuan der Welt. Was sind Taiyuan? Kleine Bällchen mit schleimiger Oberfläche, die Haut besteht aus Reisteig, und einer süßer mehlig-sämigen Füllung, das Ganze in einer süßen Suppe. Richtig beschissen zum Essen, vor allem mit Stäbchen, aber extrem lecker! So machten wir uns also auf in dieses Hygienedesaster, um das bisher leckerste Mahl der Reise einzunehmen.

Gestärkt ging es dann weiter zum nächsten Programmpunkt: Massage. Und nicht nur irgendeine Massage, sondern eine von unserem Hostel empfohlene Qi-Gong Massage, die nicht wirklich entspannend, aber dafür umso gesünder ist. Die Szenerie in dem Massagestudio war aber relativ bizarr. Der Besitzer scheint wohl gestorben zu sein, so Alex Theorie, und übrig blieb eine Masseurin mittleren Alters, wahrscheinlich seine Tochter, die allein in dem wohnzimmergroßen Raum stand. Nun ja, eine Kundin war auch noch dabei, die jedoch etwas ganz anderes gekauft hat, als eine Massage. Nämlich ein Bett, sie schlief da einfach nur. Also durfte der Erste von uns sofort ran und sich auf die Liege legen. Ich erfuhr ziemlich schnell, was die Qi-Gong-Massage wirklich ausmacht. Da ich ja seit Jahren Kampfsport praktiziere, kenne ich mich recht gut mit Druckpunkten und den Flüssen des Qi im Körper aus. Und so wie man bei einer normalen Massage versucht, die Muskeln durch direkte Massage zu lösen, so versuchte sie den Energiefluss im Körper durch Massage jedes einzelnen Druckpunkts zu aktivieren, bzw. zu stärken.

Mit gestärktem Qi ging es dann wieder ins Hostel und zum Abendessen. Und da wir in Sichuan sind, der schärfsten Region der Welt, musste ich natürlich Gong Bao Chicken probieren, das schärfste Gericht dieser Region. Zugegeben, es war wirklich extrem scharf, aber auch unglaublich lecker!

So hängt man Unterwäsche in China auf Großer Panda Roter Panda Roter Panda

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